Sonntag, 31. Juli 2011

der Alltag naht

Ach ja ...
Der Urlaub ist vorüber und ich versuche noch, mich wieder im Alltag einzufädeln.
Venedig war wieder wunderschön.
Natürlich ist alles wahr, was man über Venedig im Juli sagt.
Der Markusplatz ist von Touristen so überfüllt, dass man kaum die Tauben sehen kann.
Und die kleinen Gassen rundherum auch noch.
Aber dann ist es auch schon gut - kaum hat man sich ein wenig verlaufen, kann man auf komplett menschenleere Gässchen stoßen, deren Namen man in keiner Venedig-Karte entdecken kann - oder gleich fünfmal und die ganz erstaunlich weit vom Hotel entfernt scheinen.
Überhaupt lernt man nach wenigen Minuten Venedig die Straßenplanung eines Herrn Haussmann in Paris ganz unglaublich schätzen, denn in Venedig ist eine Orientierung eher unmöglich.
Ein vages "wir müssen nach da!" kann man unverzüglich knicken, da es keinerlei gerade Gassen zu geben scheint. Schmale Gassen umgeben von hohen Häusern und die Orientierungspunkte wie, "da war ein kleiner Kanal, kleine Brücke, ein Restaurant, ein Geschäft mit Kruschkram" kann man allesamt abhaken, denn so sehen alle Gässchen aus und die Ladeninhaber haben noch dazu den Tick, ihre Schaufenster täglich neu zu dekorieren. Bis auf die Restaurants, die mit einer riesigen Pizza dekorieren, auf der sich täglich neue Fliegen einfinden. Oder mit lebenden Hummern, die traurig auf Eis liegen.
Wegen der Höhe der Häuser kann man in einer Seitenstraße des Dogenpalastes sein und merkt es nicht. Ich habe sehr darauf geachtet, das Hotel keinesfalls ohne Karte und -lacht ruhig- Brille zu verlassen.
Und was ich wirklich nur in Venedig tun muss:
sich mit der Karte so drehen, dass die Ausrichtung von Karte und einem selbst übereinstimmt.
Morgens verließen wir immer fröhlich das Hotel und ließen uns treiben.
Derzeit ist Biennale und die Stadt ist voller lustiger Pavillions der einzelnen Länder.
Zimbabwe war im 3. oder 4. Stock eines hm, vermutlich Schulgebäudes untergebracht.
Irland direkt daneben.
Nö, ich habe keine Ahnung von Kunst, ich gucke nur gerne.
Wobei ich den Fütüre-Pavillion aus Asien deutlich schöner fand als den schwer bewachten Italien-Pavillion. Der ist streckenweise arg gruselig. Eher Geisterbahn denn Kunstgenuss.
In einem Mafia-Teil muss man in einen extra-Holzbereich, der tatsächlich eine Art beleuchtete Geisterbahn ist. Zu den Klängen einer Schreibmaschine wandert man erst an großen Zeitungsartikeln über Mafia-Opfern vorbei. Dann kamen ein paar ganz abstoßende Figuren, die mich zur Umkehr bewegten. Ich wollte nicht wirklich wissen, wie es weitergeht.
Gute Entscheidung, denn auf der anderen Seite kam meine Tochter heraus, die kreidebleich mit den Tränen kämpfte und "geh da bloss nicht rein!" jammerte.
Die Biennale stellt ein großartiges Überangebot an Kunst dar und man kann sich den Luxus gönnen, deprimierende Werke zu ignorieren.
Früher habe ich noch versucht, Kunstwerke zu verstehen - heute konsumiere ich einfach und gönne mir mehr Zeit bei jenen, die mein Herz hüpfen lassen, als jenen, die mir an Dinge wie Tod, Diäten oder Steuererklärungen erinnern.
Im Nachhinein waren die beiden Wochen mit Michaela wunderschön, wenn ich auch mit den Folgen meiner Erziehung konfrontiert wurde.
Wenn man damit beginnt, sein Kind mit 14 ins Ausland zu schubsen, es mit 16 dann ein ganzes Jahr nach Australien lässt und es dabei auch noch Singapur kennenlernt, darf man bei einer kleinen Europareise nicht unbedingt große, staunende Kinderaugen erwarten.
(außer beim nächtlich blinkenden Eiffelturm :)
Als ich uns extra die Rückfahrt durch die Lagune zum Flughafen besorgt hatte, musste ich doch damit leben, dass das Töchterlein lieber las, als noch letzte Blicke auf Lagune, Venedig und überhaupt zu werfen.
*grummel*

Freitag, 22. Juli 2011

Milano sucks

Ein Touristen Tipp aus erster Hand, was Mailand angeht:
was die Fortbewegung betrifft, empfehle ich zu schlendern oder mit beherztem Handzeichen nach einem Taxi zu rufen.
Sich der Metro oder Strassenbahn anzuvertrauen, ist selbst Dank der Bemuehungen der Deutschen Bahn und Verkehrsbetriebe, uns gruendlichst abzuhaerten, was Freundlichkeit, Puenktlichkeit und grandiose Idiotie angeht, keine gute Idee, da man evtl. an einen gelangweilten Menschen geraet, der einem Tickets verkauft, die evtl. Kontrollettis veranlassen, einen aus der Strassenbahn zu schleusen und aus wer weiss was fuer Gruenden um ca 70,- Euro zu erleichtern.
Ich gebe zu, ich war minutenlang grottig gelaunt.
Erst hatten saemtliche Strassenbahnen gestreikt - vor den Metro-Eingaengen waren sogar Gitter. An einer Station wurde unsere Linie zum Abendmahl dann doch tatsaechlich angekuendigt und wir warteten die vermerkten 17 Minuten bis zum Eintreffen besagter Strassenbahn. Sie kam. Sie oeffnete ihre Tueren. Sie liess alle einsteigen und als dann alle Fahrgaeste sassen, verkuendete der Fahrer, der sich vorsichtshalber zuvor versicherte, dass seine Glastuer fest geschlossen war und auch den Vorhang eilig und gruendlich hinter sich verschloss, dass er jetzt streikt und wir die Bahn wieder verlassen mussten.
So lustig.
Um unser Date zum "Last Dinner" nicht zu verpassen, half nur die Rueckkehr zum Hotel, denn rund um die Station war die Strasse voller Menschen, die deutlich routinierter mit ihren Armen wedeln und Taxi! rufen konnten.
Mir fehlt noch die furchtlose Art, dabei auf die Strasse zu hopsen.
Egal.
Im Hotel rief man uns ein Taxi und wir kamen puenktlich zum letzten Abendmahl.
Ich gucke gerne Kunst, ohne allerdings je den Anspruch erheben zu wollen, Ahnung zu haben.
Daher nur soviel: Boah, ey! Hamma! Voll krass!
Danach dann mussten wir einem begnadeten Saenger an einem Bahnhof lauschen und dabei Eis essen. Eis in Italien ist - auch ziemlich Hamma!
Danach fing ich uns ein Taxi und wir fuhren zum Friedhof.
In Mailand gibt es einen Friedhof nur fuer Reiche.
Fuer Reiche mit grenzwertigem Geschmack, was den Grabschmuck angeht.
Danach dann der Fehler ueberhaupt:
wir entdeckten, dass wir erstmalig unser 48-Stunden-Ticket nutzen koennten, denn es fuhren wieder Bahnen.
Nun lacht mal: wir sind zusammen mit den eindeutig als Kontrollettis erkennbaren Kontrollettis in die Strassenbahn gestiegen und durften mit ansehen, wie sie einen Touristen abzockten. Er hatte keine Ahnung, was die beiden gegen sein Ticket einzuwenden hatten und war entruestet, was seine Strafe umgehend um 10,- Euro ansteigen liess.
Daraufhin hat er achselzuckend gezahlt.
Danach kontrollierte man uns beide und zu meiner gelinden Ueberraschung standen wir umgehend wieder auf der Strasse UND unter endlosem italienischem Gesabbel durfte ich gleich zweimal 34,- Euro berappen.
Keine Ahnung wofuer, denn die beiden Kontrollettis konnten Italienisch, Italienisch lauter und Italienisch komplett unfreundlich.
Sonst nichts.
Darum: schlendern oder Taxi rufen, denn alle Taxifahrten zusammen - einschliesslich derer in Paris, reichen noch nicht an die zweimal 34,- Euro heran.
Meine arme Tochter hatte danach eine ausgesprochen motzige Mutter am Hals, die das weibliche Kontrolletti fast mit ihrem restlichen Kleingeld beworfen haette, sich aber dann damit begnuegte, der Zicke mit einem "Mille Grazie!" den Fahrschein vor die Fuesse zu donnern und dann loszustapfen.
Laufen hilft.
Laufen und Glitzer kaufen.
Laufen, Glitzer kaufen und sich danach irgendwo einen Mojito zu bestellen ist natuerlich das allerallerallerbeste.
Nach einer ganzen Weile des Laufens - ich glaube, Michaela hoffte darauf, dass ich mich zwischen die Autos schmiss und Taxi! rief - fragte sie schuechtern, ob ich jetzt bis zum Hotel laufen wolle.
Der Ausflug ueber Abendmahl und Friedhof hatte sie ein wenig die Orientierung gekostet :)
"Sind wir schon!", sagte ich freundlich und wies auf den Dom, der links in Sichtweite kam.
Wir fanden umgehend noch einen Laden voll Glitzer und danach noch ein Strassencafe mit einem singenden Ober.
Meine Welt ist wieder in Ordnung und Ihr seid hiermit gewarnt!
Mailand: schlendern oder Taxi!

Donnerstag, 21. Juli 2011

Campari in Milano

Heute haben wir uns den Mailaender Dom sehr gruendlich angeschaut.
Michaela ist aus dem Kichern nicht mehr herausgekommen, nachdem ein strenger Waechter sie nicht nur noetigte, eine Jacke anzuziehen um ihre nackten Schultern zu bedecken, sondern auch noch den Rock herabzuziehen, bis die Knie erreicht waren.
Wir waren einmal um den Dom herum und nun einmal durch den Dom hindurch und zuletzt noch auf den Dom hinaufgeklettert.
Als Exil-Koelnerin gebe ich es ja nicht gerne zu, aber das Dach des Mailaender Doms ist durchaus nicht uebel und taugt zum Sonnenbaden.
Nach dem leicht verregneten Finale in Paris, geniessen wir die Sonne Mailands gleich doppelt. Schon, weil sich die Menschen hier alle so ungemein schick machen - oder es doch zumindest versuchen.
Nach all dem Dom, sassen wir danach noch gemuetlich im Zucca in Galleria, tranken Campari und guckten Leute. Kann man hier stundenlang tun. Macht Spass.
(italienische Tastaturen kennen ein paar Buchstaben nicht, die ich gerade schmerzlich vermisse ...)
Ich nerve die armen Italiener, indem ich mit ihnen franzoesisch rede.
Und ihr englisch nicht verstehe.
Ah, Paris war herrlich.
Am letzten Abend waren wir zum Mitternachtsglitzern ganz oben auf dem Eiffelturm. Dafuer haben wir prompt die letzte Metro verpasst, aber die Taxi-Fahrt hielt sich mit knapp 10,- Euro in ganz unerwarteten Grenzen.
Und diesmal habe ich es doch tatsaechlich mal in die Katakomben geschafft. Knochen gucken.
Michaela hatte zudem auf die Mona Lisa bestanden und so waren wir auch im Louvre gewesen. Es reichte ihr dann allerdings ganz schnell, sich einmal mit Mona im gleichen Raum aufgehalten zu haben, denn vor ihr ist ein unheimlicher Sicherheitstamtam aufgezogen worden und dahinter dann 20 asiatische Reisegruppen auf einen Schwung - immer!
Leonardos Abendmahl ist hier deutlich sinniger geloest.
Da haben wir morgen einen Termin.
Muss man naemlich reservieren und dann kann man in einer Gruppe von je 25 Leuten das Bild bestaunen.
Uebermorgen geht es dann weiter nach Venedig.

bis bald :)

Montag, 11. Juli 2011

Saftschubse


Fein, in der Saftschubse habe ich eine kleine Hackfleisch-Erwähnung gefunden, die ich dann gleich zu meinen Hackfleisch-Rezepten setzen kann.
Ansonsten ist die Saftschubse bisher ein wenig sperrig.
Bei der Lektüre des ersten Kapitels dröhnte es "Fehlkauf" in meinem Hinterkopf, denn vor lauter Wortwitz kam die Geschichte einfach nicht in Gang.
Aber so langsam - ich bin bei Kapitel 7 - hebt die Saftschubse endlich ab und lästert :)

Ah, das Hackfleisch:
Meiner Entscheidung Stewardess zu werden steht meine Schwester noch immer so kritisch gegenüber wie dem Verzehr von abgelaufenem Hackfleisch.

Freitag, 8. Juli 2011

Abschiedsmütter ...

Gerade lese ich irgendwo das Wort "Profimütter" und denke mit leisem Grinsen, dass ich wohl eher eine Abschiedsmutter bin.
In den letzten Tagen habe ich etwas geübt:
Klappe halten!
Es gilt etwas zu organisieren, zu besprechen, zu planen, zu tun ... ich fühle mich zuständig und statt zu regeln, trete ich zurück, beiße auf meiner Zunge herum und halte die Klappe, damit Michaela selbst regelt.
Immerhin fahre ich sie von hier nach dort, frage, ob sie diese und jene Unterlagen beisammen hat und - haha - bezahle ...
Sie ist nicht mehr schulpflichtig.
Schade, eigentlich, denn nun sind die Fahrtkosten zur Schule Privatvergnügen.
Teures noch dazu.
Ich erlaube mir, ihr kurz und präventiv in die Waden zu schnappen:
dass es sehr schade wäre, wenn ich ihr diese Jahreskarte zur Schule finanzierte und sie dann blau machen würde.
Umgehend werde ich darüber aufgeklärt, dass dieser Hinweis natürlich vollkommen umsonst kommt, denn sie sei der Fleiß und Ehrgeiz in Person.
Ja, wie Mami ... die noch weiß, wie lecker der Kakao im Cafe Schulte war, wenn die anderen über Buchführung brüteten ... und wie abgeklärt die Lehrer nur noch lächelten, wenn man sich auf verspätete Busse berief.
Wobei die erneute Schulanmeldung und Fahrkartengeschichte ja noch gesicherter Boden ist.
Schulanmeldungen kenne ich. Mutterdings seit 12 Jahren.


Wirklich der Hammer war dann eher die Fahrschule.
Ok, ja, wir melden uns jetzt mal bei der Fahrschule an ... irgendwann macht das Kind dann den Führerschein. Was soll ich sagen?
Sie saß noch am Abend des gleichen Tags dann zur ersten Theorie-Stunde wieder dort und gleich dackelt sie zur 2. Stunde hin.
Mit etwas Glück ist morgen schon der 1. Hilfe-Kurs und ganz bald sitze ich auf meinem Beifahrersitz und konzentriere mich auf meine Atmung ...
Ich bin ein gruseliger Beifahrer - und wie soll man einem jungen Fahrer das Fahren zutrauen, dessen Hintern man doch letztens erst in Pampers gepackt hat.
Ist doch alles noch gar nicht so lange her, oder?
Geht mir durch den Kopf, während ich blind die Verträge der Fahrschule unterzeichne, da ich mehr als das fettgedruckte "Unterschrift der Erziehungsberechtigten" eh kaum lesen kann.
Hm, vielleicht doch schon etwas länger her mit den Pampers?
Seit wann muss ich Sachen eigentlich weiter von mir weg und günstiger ins Licht halten, um sie gut lesen zu können.
Oh, echt, ich habe im Datums-Feld unterschrieben?
Ups ...
Wirklich gruselig: die Begleitperson neben dem 17jährigen Fahrer muss nüchtern sein!
Wer hat sich das denn ausgedacht?
Ich werde vorher auf jeden Fall mal die Airbags checken lassen ...
Und zuversichtlich gucken üben.
Haha, was habe ich gelacht, dass meine Oma sich immer sprungbereit an der Klinke meines Autos festklammerte, wenn ich sie nach hause fuhr.
Wie alt war ich da?
Und wie lange war meine fatale Begegnung mit dem Baum her, als sie todesmutig wieder zu mir ins Auto stieg?
Eine ganze Weile hatte sie gesagt, sie bräuchte mehr Bewegung, Blutdruck, deshalb wolle sie lieber laufen ... pft ...
Omi, jetzt verstehe ich ... und obwohl mir mehr Bewegung auch echt gut täte, werde ich tapfer auf dem Beifahrersitz ausharren und möglichst weiter üben an "Klappe halten und zuversichtlich gucken"

Chill mal, Frau Freitag


Gerade habe ich die letzten Seiten dieses wirklich liebenswerten Buches gelesen.
Alltag einer Lehrerin in einer deutschen Großstadt, die hauptsächlich Schüler mit Migrationshintergrund zu unterrichten scheint - und, was da Buch so lesenswert macht:
ihren Job und besagte Schüler liebt.
Auch wenn sie in ihren Formulierungen gerne auf Artikel verzichten, grundsätzlich zu spät oder gar nicht, aber immer perfekt gestylt zum Unterricht kommen.
Ich gebe zu, dass ich gelegentlich mal etwas überblättert habe - wann immer sie ins Träumen gerät, wird es mir zu schwafelig, aber hauptsächlich erzählt sie und das mit einem erfrischenden Blickwinkel.

Montag, 4. Juli 2011

Weißt Du, was Du mich mal kannst?!

Gelegentlich habe ich das Gefühl, dass der Kater mir etwas sagen will ...

The day after ...

Gestern um 8.30 Uhr war es dann soweit:
Michaela landete in Hamburg.
Am 05.07.10 hatte ich meiner "kleinen Emo-Braut" wehmütig nachgewunken und gestern bekam ich sie dann zurück. Nicht mehr Emo, sondern Barbie :)
(sollte dieser Beitrag hier plötzlich verschwinden ... hat sie mein Passwort geknackt oder ich werde gerade mit einem HighHeel bedroht)
Sie nahm uns alle herzlich in den Arm und redete.
In einem Tempo, als wolle sie uns 1 Jahr Australien in voller Länge in ca 20 Minuten erzählen.
2010 waren wir ein gut eingespieltes Team.
Gestern waren wir ein Schwung Normalos mit einer Ente auf Speed.
Völlig überdreht plappernd mit gelegentlichen Tränenausbrüchen, wann immer ihr drastisch klar wurde, dass das Highschool-Jahr nun wirklich vorüber und all die guten Freunde, die sie dort gefunden hat, all die liebgewordenen Gewohnheiten und *hust* ein paar Kilo Freiheit nun ziemlich irre weit entfernt sind.
Wenn ich gestern eine Botschaft von ihr bekam, dann die, dass sie jetzt erwachsen ist und eh alles viel besser weiß als ich.
Ich hatte dem Rechnung getragen und ihr das passende Schild über das ehemalige Kinderzimmer gehängt. Dort steht nun gut leserlich: "Frauenzimmer" :)
Ich muss zugeben, ich bin schwer gespannt, wie Tag 2 nach Australien läuft.
Eine Freundin erzählte mir, dass es im Schnitt 6 Wochen dauert, bis man wieder soweit einen Alltag hat, dass man das Kind nicht umgehend in das nächste Flugzeug stopfen möchte.
Wie lange es dauert, bis das Kind nicht mehr umgehend ins nächste Flugzeug springen möchte, wusste sie allerdings nicht zu sagen ...

Sonntag, 3. Juli 2011

Mein schönstes Geburtstagsgeschenk :)


... haben wir heute morgen am Flughafen in Hamburg abgeholt.

Seither redet "es" ohne Unterlass :)

Samstag, 2. Juli 2011

Edgar Allen Poe mäßig ...

Meine Nerven sind heute eh schon etwas überreizt, da sich Michaela auf ihrer Rückreise von Australien befindet und ich aus gewissen Gründen doch Flugangst in Vertretung habe.
Seit einigen Tagen höre ich komische Geräusche.
In einer Räucherkate mit Reetdach und einem Baujahr, das mit 17irgendwas beginnt, keine große Sache, aber dieses Geräusch ... in meiner Wand lebt etwas!
Mir wurde immer bewusster, dass ich einen Vogel höre, aber weder im Wohnzimmer, noch der Küche, noch meinem Schlafzimmer oder im Esszimmer war ein Vogel und so vermutete ich, dass ich naja ... einfach überreizt bin.
Als aber heute auch mein Kater sehr interessiert guckte, als ich wieder meinen flatternden Vogel hörte, ging ich der Sache auf den Grund.
Der Ofen!
Ich machte die Ofenklappe auf - nö, nur Asche - kein Phönix - auch nach kurzer Wartezeit nicht ... die Asche blieb Asche.
Wieder flatterte es und ich rief den Schornsteinfeger meinens Vertrauens an.
"Mein Schornstein flattert!"
"Dann ist da wohl ein Vogel drin!"
"Habe ich denn nicht so ein Gitter obendrauf?"
"Nö!"
"Was mache ich jetzt?"
"Ach, der hört schon irgendwann auf zu flattern!
Den würde ich da drin lassen, der macht ihnen sonst eine Riesensauerei im Haus!"

...

Nix da ... ich gehöre zu den Irren, die eher den Schornstein aufbohren ließen, als zu warten, dass in meinem Ofen ein Vogel stirbt.

Also habe ich die Hunde in den Flur gesperrt, den interessierten Kater in mein Schlafzimmer geschleppt und todesmutig die Ofenklappe zum Schornstein geöffnet:




So sah das aus.
Die Spinne machte, dass sie wegkam und in der Schwärze flatterte es gleich noch mehr.
Mein Herz raste.
Vogel!, sagte ich mir. Kleiner, panischer Vogel! Kein fieses Monster!
Mein Herz raste aber vorsichtshalber noch ein wenig weiter und meine Schweißdrüsen gingen hilfsbereit in Produktion.
Also nahm ich meine Knipse und blitzte einmal in die Schwärze hinein um die Sache mit dem Herzrasen in den Griff zu bekommen und den dringenden Wunsch, die Ofenklappe wieder zu schließen abzuwimmeln.




Nach kurzer Betrachtung des Fotos ebbte das Herzrasen ab und relativ souverän verkündete ich, dass wir ein Vögelchen im Schornstein hätten.
Ein Held mit langen Armen befreite den armen Kerl dann schließlich, denn der Vogel versuchte weiterhin, wieder nach oben durch den Schornstein hinauszufliehen, statt aus der Klappe zu hopsen.
(könnte vielleicht daran liegen, dass erst mein zart panisches Antlitz und dann der Blitz durch die Klappe zu ihm drangen ...)




Nach kurzem Gesundheitscheck, ließen wir ihn dann auch raus.

Ich will ein Gitter auf meinem Schornstein haben!