Freitag, 23. September 2016

linksversiffter Gutmensch und die Flüchtlinge

Nebenbei werkel ich übrigens noch immer in Sachen Flüchtlinge herum.
Da ich ganz gut in Sachen Behördenkram bin, ist das auch mein Betätigungsfeld bei/für Flüchtlinge.

Neu bei meinen Leuten ist nun eine Familie aus Afghanistan.
Allesamt sehr nett, sehr sauber und sämtliche Männer schütteln mir absolut immer die Hand.
Auch Flüchtlinge gucken Nachrichten und seit das Händeschütteln zu einem Thema wurde, schütteln einem sehr viel mehr Männer die Hände als vorher. Vermutlich meinen sie, dass allen Deutschen das Händeschütteln ein ganz unglaubliches Anliegen ist.

Mir wurde schon öfter prophezeit, dass ich schon noch sehen werde, was ich "davon" haben werde, ein linksversiffter Gutmensch zu sein.
Was ich bisher davon hatte, ist ein Schwung sehr leckerer Rezepte und von einer Familie bekam ich Samtpantöffelchen für die Handtasche geschenkt, mit passendem Samtbeutelchen, damit ich sie immer mitbringen kann.
Ich ekel mich nämlich vor fremden Hausschuhen.

Und heute bekam ich noch eine Gratis-Anekdote für Euch geliefert.
Wenn ich zu der afghanischen Familie komme, werde ich immer von der kompletten Familie mit Händeschütteln begrüßt und verabschiedet.
Heute stand ich an der Tür, verabschiedete mich - und alle schüttelten mir brav die Hand, wirkten aber etwas verwirrt.
Ich öffnete die Tür, ging, schloss die Tür ... fast hinter mir, bis ich begriff, dass ich gerade dabei war, den Besenschrank zu betreten.
Ich drehte mich um und ... da ich selbst furchtbar lachen musste, lachte man kollektiv mit.
Vermutlich hätte man aber auch akzeptiert, wenn ich einfach ein Weilchen in der Besenkammer hätte bleiben wollen.
Deutsche sind manchmal einfach etwas wunderlich ...


Dienstag, 7. Juni 2016

Der Penis von Edward Snowden

Der folgende Beitrag ist etwas peinlich.
Ich habe ein Siebgedächtnis.

Würde ich alles oder zumindest einen Bruchteil dessen, was ich lese, im Gedächtnis behalten, hätte ich großartige Chancen bei "Wer wird Millionär".
Allerdings behalte ich nur eine Sache sehr klar im Gedächtnis:
Ich habe ein Siebgedächtnis!

Wichtiges verschwindet sofort wieder, aber Dinge, wie die Namen sämtlicher Frauen von Dieter Bohlen - und das sind eine ganze Menge - könnte ich problemlos der Reihe nach aufsagen.
Nein, fragt mich bitte nicht nach unseren Bundespräsidenten oder amerikanischen Präsidenten ...

Gestern habe ich wieder einmal John Oliver gesehen.
Sein neuester Geniestreich, war der Ankauf von knapp 15 Mio USD Schulden.
Schulden, die Amerikanern durch Arztkosten entstanden waren und die sie nicht zahlen konnten.
Für diese Schulden hat John Oliver nicht 15 Mio USD bezahlt.
Er hat ein Inkossounternehmen namens CARP gegründet - Karpfen, zu deutsch.
Dann hat er 60.000,- USD investiert und damit diese 15 Mio USD Schulden gekauft.
Das kann man sich hier anschauen


John Oliver ist sagenhaft unterhaltsam und informativ zugleich.
Ich wünschte, wir hätten einen vergleichbaren Komödianten in Deutschland.
(oder Volker Pispers hätte eine wöchentliche Sendung)

Jedenfalls klickte ich etwas "angefixt" weiter um mir noch ein paar verpasste Sendungen anzusehen.
Ich stolperte über John Oliver sits down with Edward Snowden to discuss the NSA
Langweilig, dachte ich ...
Edward Snowden, ist das nicht einer von der Königsfamilie in England?
Ich war sogar mal auf dem Berg, dem Snowden (bevor sich das einprägt, der Berg heißt Snowdon!)
(und wir sind mit der Bahn hochgefahren, Michaela hat unablässig gebrüllt und alle haben uns gehasst - ist also schon eine Weile her :)

Aber mein Blick blieb an "dick-pics" hängen.
Aha, ein Royal, der Schwanzbilder verschickt hat!
(erinnert Ihr euch noch, als Prince Charles unbedingt Camillas Tampon sein wollte? Ich erinnere mich an so einen Bockmist ...)
(vermutlich schickt mir Google wieder die Aufforderung zu prüfen, ob meine Seite jugendfrei ist, wenn ihre Filter hier durchgrasen)

Also klickte ich ... und bewies damit, dass John Oliver in allem Recht hat, was er sendete.
Es ging ihm nämlich darum, Edward Snowden (und der Welt) zu zeigen, dass kaum noch jemand weiß, wer Edward Snowden ist.
Oder schlimmer noch:
viele Menschen verwechseln ihn mit Julian Assange und bringen ihn in den Zusammenhang mit WikiLeaks
John Oliver zeigt einem staunenden Edward Snowden, dass seine sachliche Art, die Bevölkerung informieren zu wollen ... nun ja, nach Dosensuppe riecht und niemanden erreicht.
Sobald Edward Snowden etwas erklären möchte, bremst er ihn mit dem Hinweis, dass er sich nur für seinen Penis interessiert und nötigt Edward Snowden sein Anliegen an einem Beispiel zu erklären, das die Amerikaner und den Rest der Welt wirklich interessiert:
Schwanzbilder!

Leicht überheblich belächelte ich die unwissenden Amis.
Snowden? Keine Ahnung, kein Interesse ...
Die können meine Penisbilder sehen?! Das geht gar nicht!

Ja, ja, die Amis ...
Ok, ich hatte Edward Snowden mit Edward Antony Richard Louis, Earl of Wessex verwechselt ... der meines Wissens übrigens keinerlei Penisbilder versandt oder empfangen hat.
(der NSA könnte da klarere Angaben machen)
(Google bringt auf Anfrage verstörende Infos zu Prinz-Albert-Piercings)
(Die Königsfamilie heißt übrigens Windsor mit Nachnamen - nicht Snowdon ...)

Jedenfalls, Danke John Oliver:
ich habe etwas gelernt!

Ok, wenn ich realistisch bin, werde ich irgendwann evtl. wieder vergessen haben, wer Edward Snowden ist.
Behalten habe ich aber:
möchtest du, dass dir jemand wirklich zuhört, bringe seinen Penis ins Spiel!

Da ich einen Sohn habe, der viel Aufmerksamkeit auf sein Smartphone richtet ...
(glaubt er ernsthaft, ich wüsste nicht, warum er ständig unter dem Tisch auf seine Knie zu starren scheint?!)
... ist das eine unglaublich wertvolle Information.

Künftig werde ich pädagogisch wertvolle Inhalte schlicht und ergreifend mit den Worten,
"Also, was deinen Penis angeht ..." einleiten.

Dienstag, 16. Februar 2016

Willst Du meine Musc*** anfassen?



Hilfe, ich bin von wechseljährigen Frauen umzingelt,
die allesamt wollen, dass ich ihre Katze streichel.

Schon erstaunlich, dass hier auf dem platten Land gleich so viele Frauen wohnen, die das immer Gleiche von mir wollen.
4 km von hier ... *grübel*

...

Ist Euch schon mal aufgefallen, dass wir Frauen nie derartigen Spam von den "Herberts" oder "Kevins" dieser Welt bekommen?
Kein Hubert weit und breit, der vorschlägt, dass ich seinen ... Hund streicheln könnte.
Es ist noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung!

Dienstag, 8. Dezember 2015

Willkommen im Meer - ein Buch von Kai ;-)

Erinnert Ihr Euch noch an die #einBuchfuerKai Aktion?
Der Autor Kai-Eric Fitzner hatte einen Schlaganfall erlitten und seine Familie befand sich prompt in einer finanziell ... fordernden Situation.
Ehefrau Raja bittet via Facebook darum, sein 9 Jahre alten Roman Willkommen im Meer
zu kaufen.
Ihre Bitte geht viral durch sämtliche soziale Netzwerke und plötzlich findet man Willkommen im Meer auf Platz 1 der Amazon-Bestsellerliste.
Wer mich kennt, weiß, dass ich keiner Gutmensch-Aktion widerstehen kann.
Zu reizvoll, an den netten Seiten des Webs Teil zu haben.
Auch wenn mich die Buch-Beschreibung: "Humanismus, Marihuana, Rotwein" nicht lockt.
Von Rotwein bekomme ich Kopfschmerzen und lacht ruhig, aber ich habe in diesem Leben noch nie gekifft.
Ich habe mal neben einer kiffenden Freundin gesessen und als ich plötzlich begann sehr lebhaft und glücklich zu sein, haben wir gegoogelt, ob man passiv kiffen kann.
Kann man ...
Das einzige Drogenerlebnis meines Lebens, wenn man von zahnärztlichen Aufheiterungsmethoden absieht.
Also lag das Buch bisher nur herum.
Vor ein paar Tagen fiel mein Blick darauf und ich überlegte, welchem kiffenden Rotweinliebhaber ich es denn zu Weihnachten schenken könnte, begann darin zu blättern und ...
Hey, das ist ja richtig gut!
Liest sich auch für biedere Spießertypen richtig gut!
Sofern ich als biederer Spießer durchgehe.
Also, wer auch immer jetzt gehofft haben mag, von mir das Buch zu Weihnachten zu bekommen:
vergiss es!
Bzw. kauf es Dir selbst!