Samstag, 2. Juli 2011

Edgar Allen Poe mäßig ...

Meine Nerven sind heute eh schon etwas überreizt, da sich Michaela auf ihrer Rückreise von Australien befindet und ich aus gewissen Gründen doch Flugangst in Vertretung habe.
Seit einigen Tagen höre ich komische Geräusche.
In einer Räucherkate mit Reetdach und einem Baujahr, das mit 17irgendwas beginnt, keine große Sache, aber dieses Geräusch ... in meiner Wand lebt etwas!
Mir wurde immer bewusster, dass ich einen Vogel höre, aber weder im Wohnzimmer, noch der Küche, noch meinem Schlafzimmer oder im Esszimmer war ein Vogel und so vermutete ich, dass ich naja ... einfach überreizt bin.
Als aber heute auch mein Kater sehr interessiert guckte, als ich wieder meinen flatternden Vogel hörte, ging ich der Sache auf den Grund.
Der Ofen!
Ich machte die Ofenklappe auf - nö, nur Asche - kein Phönix - auch nach kurzer Wartezeit nicht ... die Asche blieb Asche.
Wieder flatterte es und ich rief den Schornsteinfeger meinens Vertrauens an.
"Mein Schornstein flattert!"
"Dann ist da wohl ein Vogel drin!"
"Habe ich denn nicht so ein Gitter obendrauf?"
"Nö!"
"Was mache ich jetzt?"
"Ach, der hört schon irgendwann auf zu flattern!
Den würde ich da drin lassen, der macht ihnen sonst eine Riesensauerei im Haus!"

...

Nix da ... ich gehöre zu den Irren, die eher den Schornstein aufbohren ließen, als zu warten, dass in meinem Ofen ein Vogel stirbt.

Also habe ich die Hunde in den Flur gesperrt, den interessierten Kater in mein Schlafzimmer geschleppt und todesmutig die Ofenklappe zum Schornstein geöffnet:




So sah das aus.
Die Spinne machte, dass sie wegkam und in der Schwärze flatterte es gleich noch mehr.
Mein Herz raste.
Vogel!, sagte ich mir. Kleiner, panischer Vogel! Kein fieses Monster!
Mein Herz raste aber vorsichtshalber noch ein wenig weiter und meine Schweißdrüsen gingen hilfsbereit in Produktion.
Also nahm ich meine Knipse und blitzte einmal in die Schwärze hinein um die Sache mit dem Herzrasen in den Griff zu bekommen und den dringenden Wunsch, die Ofenklappe wieder zu schließen abzuwimmeln.




Nach kurzer Betrachtung des Fotos ebbte das Herzrasen ab und relativ souverän verkündete ich, dass wir ein Vögelchen im Schornstein hätten.
Ein Held mit langen Armen befreite den armen Kerl dann schließlich, denn der Vogel versuchte weiterhin, wieder nach oben durch den Schornstein hinauszufliehen, statt aus der Klappe zu hopsen.
(könnte vielleicht daran liegen, dass erst mein zart panisches Antlitz und dann der Blitz durch die Klappe zu ihm drangen ...)




Nach kurzem Gesundheitscheck, ließen wir ihn dann auch raus.

Ich will ein Gitter auf meinem Schornstein haben!

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