Montag, 5. November 2012

Tierisches

Heute Morgen wurde ich davon geweckt, dass mein Kater explodierte.
Zumindest klang es so.
Er saß auf meiner Fensterbank, kreischte, schrie, knurrte und sträubte sein Fell zur Stachelkugel auf - alles zugleich.
Schlaftrunken sah ich aus meinem Fenster und sah einen rabenschwarzen Kater.
Mein Gedanke war:
Fenster öffnen, schwarzen Kater verscheuchen, wieder Ruhe haben, weiterschlafen.
Also öffnete ich das Fenster ...
... und mein Kampfkater stürzte sich laut schreiend mit ausgefahrenen Krallen und gesträubtem Fell auf den rabenschwarzen Kater.
Sie verknäulten sich zu einer einzigen großen Fauchkugel und rollten über unsere Wiese bis in den Knick, wo der schwarze Kater sich dann mit kühnem Sprung auf einen Zaunpfahl und dann von diesem herunter auf des Bauern Feld rettete.
Mein Kater kam stolz, nass und blutig zurück und ...
... ja, ratet ... lag prompt in der warmen, kuschligen Schlafkuhle, die ich nachts mühsam in meine Matratze gelegen hatte.
Dort leckte er stolz und mit lautem Schmatzen seine Wunden und sein nasses Fell.
Da ich gesehen hatte, wie es dem rabenschwarzen Kater ergangen war, zog ich es vor, ihm mein Schlafrevier kampflos zu überlassen und mir einen Kaffee zu kochen.
In der Küche hörte ich, dass unser Hühnerstall laut krähte.
Während kochendes Wasser durch den Filter lief, nahm ich die Pumps, die Knut mir hilfreich brachte, öffnete im Garten den Hühnerstall, füllte ihren Trog mit Körnern, streichelte die Hühner und wechselte dann noch das Wasser im Wassernapf.
Die Wasserglocke ignorieren meine Hühner beharrlich, weshalb sie ihr Wasser auch in einem Hundenapf serviert bekommen.
Ich stelle den Hühnern das Wasser hin, Knut beginnt unverzüglich den Napf leerzutrinken. Von hinten kommt Coffee und leckt sich das Hühnerfutter von den ... ähm, Lippen? ... und schlabbert den Rest vom Wasser weg. Hühnerfutter macht durstig.
Ich fülle neues Wasser in den Napf, neues Hühnerfutter in den Trog und schubse die Hunde wieder ins Haus.
Während ich meinen Kaffee mit Milch und Agavensirup verfeinere, beginnt Coffee mit ihrem Morgenritual.
Dabei dreht sie sich eng vor meinen Beinen im Kreis, bis es ihr gelingt, mit ihrem Zähnen den Bereich ihrer "Schwanzwurzel" zu beknubbeln.
Das muss das Gegenstück zur Rückenmassage sein, denn sie grunzt beglückt, sobald sie die Stelle erreicht.
Erster Kaffee also mit Blick auf Kampfkater in meinem Bett, grunzendem Hund zu meinen Knien und Wahnsinns-Hahn bei weiteren Kräh-Übungen im Garten.
Merke:
Krähen ist eine Sache, die sich über gut 20 Minuten hinzieht und mir im Sommer irgendwann eine nähere Bekanntschaft zu dem neuen Mieter nebenan einbringen wird, dessen Schlafzimmer zu unserem Garten weist.
Noch habe ich keinen Trick parat, mit dem ich den Hahn davon abhalten könnte, auch am Wochenende über das Morgengrauen zu jubeln.
Oh, und noch kräht auch nur einer der beiden Hähne.
Bisher gibt es auch noch keine Hahnenkämpfe.
Bisher hat der krähende Hahn eher Stress mit den 3 Hennen, die sich unverzüglich rächen, wenn er ihnen in den Nacken hackt und versucht, ihnen ins Kreuz zu springen.
Emanzen-Hühner ... meines Wissens nach, haben die Damen auch noch kein einziges Ei gelegt.
Aber dass ich noch kein einziges Ei gefunden habe, heißt nicht, dass da noch nie eines war.
Beim letzten Backen hatte ich einen Eierkarton mit einem einzelnen "Restei" aus Platzmangel mal eben offen auf dem Altpapier abgestellt.
Knut liebt es, Eierkartons zu zerfetzen ...
Irgendwann fiel mir auf, dass mein letztes Ei samt Karton verschwunden war.
Von dem Karton fand ich einige Fetzen wieder.
Vom Ei nichts.
Rein gar nichts.
Keine Schalen, kein Glibber.
Nichts.
Und die Hunde guckten wahnsinnig aufrichtig und unschuldig.
Weder hatten sie ein Ei gesehen, noch den Karton zerfetzt.
Ganz ehrlich nicht!

Hm ...

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