Mittwoch, 2. November 2011

Wie die EatSmarter mir beim Konsumverzicht hilft.

It's been seven hours and fifteen days ...


Sinead O'Connor - Nothing Compares 2 U von MovieFanQS


sag das mal zu einer von der Ü40 Fraktion und Du hast sie wieder jung.
Als Sinéad O’Connor 1990 diesen Prince-Song coverte, traf sie einen Nerv.
Entweder man liebte das Lied UND das Video oder man hasste es - aber die meisten von uns liebten es.
Oh Mann, wie ihr da am Ende diese winzige Träne ... und dieses Klirren in ihrer Stimme ...
Wurde je ein Lied so überzeugend gesungen und gezeigt?
Hammer ...

1990 war schon ein Wahnsinns-Jahr.
Nur mal so nebenbei: die Mauer war weg, noch wurde geklatscht, wenn ein Ossi sich samt Trabi nach Köln verirrte und ich war gerade in die Innenstadt gezogen.
In eine 28 m Wohnung auf 2 Etagen mit 2 Balkonen. Beide mit Blick auf den Dom, wenn man sich ein wenig über das Geländer beugte.
Mein Vater nannte die Wohnung zärtlich "Carolas Hühnerleiter", da die Treppe natürlich etwas präsent war ...

Und ich voll auf dem Karriere Trip, entschlossen, die ganze Welt zu erobern.
Ich lernte meinen Ex-Mann kennen und war glühender Kamerun-Fan bei der WM.
Am Ende waren wir fast alle Kamerun-Fans :)
Mit Freilos in die WM eingestiegen, führten sie im Viertelfinale mit 2:1 gegen England - leider nicht bis zum Ende, aber nie wurde in Deutschland sooooo laut und oft "Kamerun!" skandiert, wie 1990.
Jaja, ich damals nachts mitten im Autokorso - grandiose Stimmung auf der Straße.
1990 war schon sehr geil.

Gestern stellte ich fest, dass ich Nothing compares 2 U noch immer von vorne bis hinten komplett auswendig kann. Und es bei mir noch immer sehr viel verzweifelter klingt als bei Sinnead. Ansteckende Verzweiflung sozusagen. Während jeder Sinéad in den Arm nehmen und trösten möchten, regt mein Gesang eher zur Flucht an ...

Und gestern schlage ich also diese Kochzeitschrift auf - EatSmarter - und lese:
"Sinéad o' Commor
Zarte Elfe war gestern"
Und dann ein Mini-Artikel der in das hier mündet:
Vier Kinder und 21 Jahre später ist die 44-Jährige kaum wiederzuerkennen: Mit Speckröllchen und Oma-Frisur trat sie bei einem Festival auf.


Wer immer das geschrieben hat, wird in 21 Jahren auch kaum wieder zu erkennen sein.
Die Frage ist nur, ob er dann 4 Kinder hat.
Und ganz sicher ist: er schreibt heute boshaften Scheiß, statt der Welt ein solches Geschenk zu machen, wie Sinéad damals.

Und Sinéad war nie eine zarte Elfe im rosa Barbie-Plüsch-Sinn.
1992 zerriss sie bei einem Auftritt das Bild des Papstes und protestierte gegen die Leugnung des Kindesmissbrauchs innerhalb der Kirche.
Das war damals übrigens noch nicht populär und karrierefördernd.

Ach ja, liebe EatSmarter:
vielen Dank für den drecksdrisseligen Mini-Artikel über Sinéad o'Connor.
Ihr habt mir einen wundervollen Nostalgie-Abend beschert und künftig spare ich die 3,- Euro für Euch ein, denn ratet mal:

ich bin nach 21 Jahren und nur 2 Kindern noch viel fetter geworden und meine Frisur ist auch Kacke. Ich möchte da aber in einer Kochzeitschrift eher nicht dran erinnert werden.

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