Samstag, 12. November 2011

Geheimnisvolles Internet ... die Welt des Spams

Seit gestern verschickt irgendein Spam-Depp tausendfach Mails, in denen eine fiktive Mailadresse mit meiner Domain als Absender angegeben wird.
Weder wurden wir gehackt, noch laufen die Mails irgendwie über unseren Server, noch sind die Daten unserer User betroffen - noch gibt es die Emailadresse überhaupt.
Wer immer das versendet, beherrscht das Spamer-Einmaleins soweit, dass sich die Versender-IP ständig ändert und meist in Drittländern liegen.
Auch der Betreff ändert sich ständig, wobei mir "Drei Löcher für Charlie" dabei fast noch am besten gefällt.
Weltweit wurden wahre Kleinode als Domains gekauft, deren einziger Zweck die Weiterleitung auf einen eher unerotischen Internet-Zuhälterservice darstellt, dessen Domain in Nassau gehostet wird.

Das Übliche eben ...
Interessant daran war für mich, dass man nicht unbedingt gehackt werden muss um (auf den ersten Blick) als Absender herhalten zu müssen.
Na gut, wer einen Blick auf die IP wirft, merkt schon, dass wir nicht der Absender sein können.
Wer erbost antwortet, merkt dann, dass es die Mailadresse nicht gibt.

Nahezu interessant aber ist, wieviele nichts merken und in ihrem gerechten Zorn meine wahre Emailadresse aus dem Impressum fischen und mir dann ähm, schreiben.
Ja, nennen wir es schreiben ;-)

Wobei einige sehr nett sind und mich nur darauf hinweisen wollen, dass wir für den Absender missbraucht werden.
Andere regt Spam derart auf, dass sie erstaunlich ausfallend werden und zweien habe ich schlicht mit ihrem eigenen Absender geantwortet um kurz zu demonstrieren, wie es zu meinem Absender kam. Beide fanden das sehr einleuchtend :)

Wenn so ein Spamer irgendwann einmal Gott als Absender angibt, marschieren ein paar Leute sicherlich los und werfen Kirchenfenster mit Steinen ein, statt zu überlegen, ob tatsächlich Gott ihnen gerade empfiehlt
"Keinen Liebessaft verschleudern, sondern das Prachtstueck im richtigen Loechlein verstecken."

Kleinode ... mit dem Rat dort soll man verlockt werden, fremdländische Domains wie darm-stopfen.xx zu besuchen.

Würde gerne wissen, wie mein Provider guckte, wenn ich ihn bäte, mir eine solche Domain zu reservieren. Wobei - ne, der ginge davon aus, dass ich eine Seite über Bratwurst ... ich meine, das ist nichts anderes als totes Schwein, gehackt im eigenen Darm ...
sexy ...

Ich bin noch unentschlossen, wie ich die Aktion finde.
Irgendwas in mir sträubt sich entschlossen dagegen, unter Deppen zu leiden und damit meine ich den Versender, nicht die teilweise schlicht ahnungslosen Empfänger.

Nach gut 18 Jahren im Internet, lösche ich Spam schlicht und bin verwundert, wie viele Menschen nicht löschen, sondern die Domain des angeblichen Absenders besuchen.
Angenehm verwundert, denn lacht mal: meine Besucherzahl und meine Werbeeinnahmen sind in Höhen gestiegen, die fast schon Weihnachtsgefühle in mir wecken.

Nein, ich glaube, ich ärgere mich nicht.
Ich staune und kichere und lerne nette neue Leute kennen.

1 Kommentar:

  1. Ich hatte letztens ein Spamerlebnis der besonderen Art, als ein Spammer mir einen Kommentar im Blog hinterließ, in dem er sich über den nervenden Spam beschwerte und anfragte, ob ich nicht ein gutes Plugin gegen Spam wüßte? Wenn er nicht als Benutzername "sparkasse" angegeben hätte, wäre ich vielleicht sogar drauf reingefallen. So für 2 Sekunden oder so. :))

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Bitte zumindest mit einem Vor- oder Spitznamen signieren.
:)