Dienstag, 14. Juni 2011

Mittelalter im Dorf


Einmal im Jahr, zu Pfingsten, zieht das Mittelalter in unser Dorf.
Der Park wird umzäunt und das Spectaculum zieht ein.
Daran habe ich dicken Spaß, auch wenn ich eher selten hingehe.
Muss man gar nicht :)
Die Musik tönt bis zu uns und das Dorf ist voll bunter Gestalten.
In diesem Jahr hatte ich auch ein wenig Lager-Gefühl im Garten, denn die Gäste, die nicht mehr in Haus passten, zelteten bei mir.
Es ist schon lustig, wenn man einkaufen geht und sich im gleichen Supermarkt friedlich Normalos, aufgedresste Teenies und das Mittelaltervolk begegnen.
Manche machen einen wahren Kult aus möglichst authentischen Kostümen, die nicht nur alt wirken, sondern schon nach traditionellen Methoden vom Schaf geschoren und weiterverarbeitet werden.
Wenn so jemand dann verstohlen Energy-Drinks einpackt, ist das schon lustig.

Eine unserer Gästinnen erlebte eine wahre Tragödie:
nach langem Sparen, hatte sie sich auf dem Markt ein recht teures Gewand gekauft, in dem sie auch "Hammer" aussah. Als sie es gestern Morgen zum Auslüften noch in den Garten hängte, damit sie es gleich wieder auf dem Markt tragen konnte, kam doch tatsächlich der Hund unserer Nachbarn in den Garten.
Das Kleid kannte er noch nicht!
Also hat er umgehend das Bein gehoben und das Kleid erst einmal gründlich markiert.
Danach war es klatschnass und stank übel.
Wir haben das Kleid mehrfach - kalt - gewaschen, denn ein Wäscheschildchen gab es nicht und so wusste ich nicht recht, mit welchem Material wir es zu tun hatten und wie stabil es auf Waschen oder gar Trocknen reagiert.
Es half nichts.
Das Kleid stank nun zwar nicht mehr, war aber klatschnass, auch wenn die unglückliche Eigentümerin es soooo nass gar nicht fand. Und überhaupt, warm war es doch auch ...
Ich wühlte mich durch den verwaisten Kleiderschrank meiner Tochter.
Ein Mittelaltergewand hat sie zwar nicht, aber wir fanden immerhin ein schlichtes weißes Kleid, das mit vielen Kupfer-Pailletten benäht ist.
Das Gastkind hat tapfer den Mittelaltergürtel darum geschlungen, sich für schön befunden und den Tag dennoch genossen.
"Puh!"
Ich fand sie sehr tapfer, denn die Enttäuschung, das neue Gewand zu DEM Mittelaltermarkt nicht tragen zu können, war schon heftig!


Dies ist übrigens nicht der Nachbarhund, aber auch ein Schwein!

Ah, kennt Ihr den noch?


Der ist auch da gewesen und die Kugeln scheinen immer noch an ihm zu kleben.
Dem könnte man ja endlos zuschauen :)

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