Dienstag, 21. Juni 2011

mein Hausfrauenseiten-Baby

Gelegentlich staune ich, was in den Köpfen anderer Menschen so vorgeht.
Seit geraumer Zeit überarbeite ich die Hausfrauenseite, da sie technisch teilweise arg in die Jahre gekommen ist.
Ich wühle mich durch die Rezepte, verpasse ihnen Druckversionen, koche viel nach und bürste sie optisch etwas auf.
Ansonsten darf die Hausfrauenseite gerne altmodisch bleiben.
Ich finde sie so sehr charmant. Besser als so mancher gelackter Designladen, der in seiner Perfektion rüberkommt wie ein Sanifair-Klo.
Bei der Wühlerei entdecke ich derzeit gehäuft Seiten, auf denen sich 1:1 Kopien meiner Arbeit wiederfinden. Und leider musste ich erfahren, dass mir diese Kopien tatsächlich wirtschaftlich schaden, da Google doppelten Content abstraft.
Mein Hexenpudding findet sich zB auf irrsinnig vielen Seiten wieder.
Hallo?!
Ich habe ihn mal gekocht, aufgeschrieben und geknipst.
Was geht denn in Leuten vor, weder bei mir anzufragen, ob sie ihn kopieren dürfen, noch eine Quelle zu nennen?
Als meine Rezeptseiten zu lang wurden, habe ich in einem Wahnsinns-Kraftakt mal allen Rezepten eigene Seiten gegeben. Und prompt hat dies zur Folge, dass Google nun ausgerechnet mich für jemanden hält, der nun als letztes mit dem Hexenpudding um die Ecke kam und mich in den Suchergebnissen schlicht totschweigt.
Alle anderen pappen lustig ihre Werbung rund um mein Rezept und wenn ich aufmucke, werde ich in die Spaßbremsen-Ecke geschubst.
Es stimmt, auf Rezepte gibt es kein Copyright.
Aber das bezieht sich auf reine Zutatenlisten und Zubereitungsanleitungen.
Da ich eine elende Sabbeltante bin, beschränke ich mich darauf nie, sondern beschreibe noch ein wenig rundherum. Ha! Und das nennt man dann Schöpfungstiefe.
Bei meinen Holunderblütenrezepten sind meine Rundherumerklärungen meist länger als die eigentliche Anleitung, damit Holunderblütenneulinge sich auch rantrauen an die Blüten.
Was soll ich sagen?
1:1 sonstwo wiedergefunden
Nein, das freut mich nicht.
Leute, die in diesem Leben noch von keiner tückischen Brombeerranke bei der Holunderblüten-Ernte halb erdrosselt wurden, klingen Dank kurzem Copy & Pastes wie grandiose Holunderblütenexperten. (ja, bin ich :)
Und pah!
Auf jedes Rezept das ich ausprobiere und veröffentliche, kommen gut 2 Rezepte, zu denen ich von den Kinder, Freunden, Verwandten und Bekannten abfällige Kommentare oder "hey, wir könnten in die Pizzeria gehen"-Kommentare ernte.
Ich erlaube mir, ziemlich stolz auf meine Arbeit zu sein und daran Geld zu verdienen.
Und ich erlaube es anderen nicht, meine Einnahmen zu mindern.
Bin ich Mutter Theresa?
(und sorry, die war auch nicht halb so edel wie die katholische Kirche uns glauben machen möchte)
Wenn ich also kurz und freundlich zur Löschung meiner Rezepte auffordere und die Texte über eine reine Zubereitungsanleitung hinausgehen, sollte man sich freuen, dass ich noch keine Rechnung mit angehängt habe und LÖSCHEN.

Sowas hier halte ich für unklug:

ist diese Mail ernst gemeint?
oder doch eher ein Scherz?
Wenn sie Ernst gemeint sein sollte, was bei mir bisher in all den Jahren noch nie vorkam, dann bitte ich Dich die jeweiligen Rezepte, die ich löschen soll, zu nennen. Darüberhinaus geht dies natürlich nur, wenn ich dies Rezept nur auf eurer Seite finde, nach Möglichkeit auch mit Ursprungsangabe, daß ich sicher gehen kann, daß Du das Rezept nicht auch irgendwo her recherchiert hast.
Ich bin auf jedenfalls sehr überrascht, da ich dies die ganze Jahre über mache...


"irgendwo her recherchiert" = Copy & Paste, ja?

Kein Problem - via archive.org und Felix Angewohnheit, dauernd Sachen auf CDs zu brennen, kann ich eindrucksvoll belegen lassen, wann was wo auf meinen Seiten gelandet ist.
Bekommt man dann samt Fotos, Screenshots, Urls - und sorry, Abmahnung und gepfefferter Rechnung, denn ich mache das nicht selbst, sondern reiche es an eine Anwaltskanzlei weiter, damit ich mich in der Zeit in die Brombeeren stürzen und die dahinter liegenden Holunderblüten ernten kann.
Bevor ich es weiterreiche, gebe ich aber IMMER die Gelegenheit, meine Texte zu löschen und die Angelegenheit damit zu erledigen.

Der kann gerne auch jahrelang bei Rot über Ampeln gehen. Bin gespannt, ob das einen Laster interessiert, dass er das immer schon so gemacht hat und es deshalb vollkommen daneben ist ihn zu überfahren ...

(Hugh!)

PS nein, die Betreiber der Hexenpudding-Übernahmeseiten habe ich noch nicht informiert, sofern sie nicht auch mein Foto kopiert haben. 3 Puddingsorten ineinander zu kippen, habe selbst ich etwas wortkarger hinbekommen ;-)
Er dient nur als Anschauungsmaterial für Euch zum "mit mir Empören" :)

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