Dienstag, 11. Januar 2011

Unser täglich Brot ...

wie versprochen: -> Joghurt-Nussbrot



Vorhin habe ich mit einer Freundin telefoniert und nebenbei noch gefrühstückt. Gestern Abend hatte ich meine sämtlichen Nuss-Reste in einen Brotteig geknetet und muss sagen: lecker!
"Ach ja", meinte meine Freundin, "das könnte ich nicht!"
Und sie klang dabei, als wäre ich morgens um 4 Uhr acht Meilen durch den Schnee gestapft, hätte ein Loch ins Eis gehackt, dann im Meer gebadet, nebenbei eine Robbe gefangen und sie für uns gehäutet.
"Ich will auch nicht noch so einen teuren Automaten anschaffen!", sagte sie und ich staunte, denn in diesem Leben habe ich noch keinen Brotbackautomaten besessen.
Meine Küche ist nicht nur klein, sondern auch noch offen und ich habe am liebsten nur roten Blech-Dekokrams auf der Arbeitsfläche stehen.
Also einen knallroten Brotkasten und die dazu passende Waage, die aber nur als Obstschale genutzt wird. "In Echt" benutze ich eine schmuddeliges Digitaldings, dass immer gleich wieder in einer Schublade versteckt wird.
Ich finde es viel einfacher, mein Brot zu backen, als welches zu kaufen, was an meinem vollkommen unberechenbaren Sohn liegt.
Der kann sich von jetzt auf gleich in eine neunköpfige Raupe verwandeln und wenn er in den letzten Tagen dann lieber Müsli oder *heimlich gekaufte Süßigkeiten verknuspert, möchte er plötzlich Brot. Kiloweise ...
*heimlich, damit Mami sie ihm nicht wegfuttert - von seinem Taschengeld darf er all den Schrott kaufen, den er gerne haben möchte. Knallblaue Powerdrinks, quietschbunte Süßigkeiten und Kekse. Mami schimpft nicht, Mami fängt höchstens mal an zu sabbern und sagt "oh, Prinzenrolle, Mami mag Prinzenrolle!"
Wir haben eigentlich immer ein Brot im Gefrierschrank, aber so wie er vollkommen unfähig ist, Wäsche in den Wäschekorb zu stopfen, so schafft er es nicht, Bescheid zu geben, wenn er das Brot aus dem Gefrierschrank geholt hat. Unsere Nebenbroterwerbsquelle nebenan macht gerade Trennkost: kein Brot ... und überhaupt ... bis so ein Brot aufgetaut ist, habe ich längst ein Neues gebacken. Und noch zu heiß schmeckt Brot eindeutig besser, als noch ein wenig gefroren ...
Hey, frisch gebackenes Brot, auf dem die Butter von dannen läuft ... Wahnsinn!
Für echte Notfälle habe ich ein Hauruck-Rezept.
Ein Pfund Mehl, ein Pfund Buttermilch, ein Teelöffel Salz, ein halbes Tütchen Backpulver schnell von der Küchenmaschine vermatscht und ab in den Ofen - in einer Kuchen-Kastenform.
Der Herr Sohn mag die kleinen Brotscheiben nicht - zuviel Rinde - also backe ich in einer Brotbackform und verdopple die Mengen einfach.
Dieses Weißbrot hat lediglich DEN Fehler, dass es in Ermangelung irgendwelcher Zusatzstoffe nicht wochenlang gut schmeckt.
Daher friere ich dann meist die Hälfte ein ...
Dieses Weißbrot ist sooooo einfach und schnell gemacht, dass ich es auch am Wochenende gerne mal statt Brötchen mache. Also, statt "Brötchen holen", denn Marmelade (und davon habe ich nach jedem Sommer ganze Schränke voll) und andere süße Aufstriche schmecken darauf eben wie auf Brötchen.
Mich kann man mit Marmelade auf Körnerbrot jagen ...

Seit gestern habe ich beschlossen, künftig zu notieren, was ich so zu Brot zusammenrühre und wann immer es besonders köstlich schmeckt, als Rezept auf meine Seite zu setzen.
Allerdings backe ich bis auf das Weißbrot kaum mal ein Brot doppelt, denn ich schmeiße gerne immer alles in die Rührschüssel, was mir entweder besonders lecker erscheint, oder mich in Form von "kleiner Rest" nervt.
Gestern habe ich also alle Nüsse geknackt, die noch da waren, in kleine Stücke verarbeitet und in den Teig gerührt.
In Ermangelung von Buttermilch nahm ich Joghurt und Milch, einen Honigrest, einen Natronrest, einen Backpulverrest ... mein Küchenschrank ist wunderbar ordentlich und wir haben tolles Nuss-Joghurt-Brot.
Wenn ich das Rezept auf die Seite setze, bekommen Nachahmer allerdings bestimmt die Krise, was sie für dieses Brot alles kaufen müssen ...
... und ich zementiere noch das scheinbar aufgekommene Vorurteil, Brotbacken sei kompliziert.

Hm, also eigentlich braucht man für meine schön große Brotbackform 1 kg Trockenes und 1 kg Feuchtes. Dazu ein Backtriebmittel und ab in den Ofen!
Oh, ganz wichtig: ein hölzerner Schachlickspieß, mit dem man nach ca einer Stunde mal reinpiekst, ob der Teig mittlerweile Brot ist.
Meine Lieblingstemperatur ist 180°
Wenn die Kruste beginnt dunkel und knusprig zu werden, das Brot innen aber noch eher flüssig ist, dreht man die Temperatur auf 150° runter und deckt das Brot mit zB Alufolie ab.
Dann verbrennt einem die Kruste nicht und das Laib-Innere wird fest.

Mit Brot kann man einfach super Reste verarbeiten.
Angetrocknete Wurstscheiben?
Dunkel gewordene Bananen?
haha: Zucchini :)
Honig gibt einen leckeren Geschmack.
Körner, Nüsse, Müslireste ...
getrocknete Tomaten, Oliven, wellige Käsescheiben ...
Man muss immer nur gucken, ob der Krams eher dem Trockenen oder dem Feuchten zuzurechnen ist.
Und Zucchini natürlich gründlichst schreddern und vage als Kräuter verkaufen ;-)

Und wenn es dann mal wirklich nicht schmeckt, geht man die Enten füttern.
Wobei: frisch schmeckt eigentlich absolut jedes Brot!
"The day after" lässt einen dann eher mal auf staubigen Granit beißen ...

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