Freitag, 19. November 2010

der ganz besondere Enning-Charme

Diese Woche hatte ich einen Termin bei einer Aktion einer Parfümerie in Neumünster. Einmal anmalen und knipsen für nur 20,- Euro.
Im Preis enthalten ein Bild und 10,- Euro würden auch noch angerechnet, wenn man etwas kauft.
Toll.
Da mein in Australien weilendes Kind ein vorzeigbares Foto von mir gefordert hatte und am gleichen Tag der Werbeflyer zu dieser Aktion kam, griff ich zu.
Oliver beschloss, mich nach der Schule dort zu treffen - perfekt.
Meine Schminkfachkraft beschied mir, dass mir lila steht und machte sich ans Werk, während ich brav stillhielt und mein Bestes gab, nicht von dem Barhocker zu plumpsen, auf den ich platziert wurde.
Danach war ich dann wirklich sehr lila und mir etwas fremd, denn ich habe den Nude Look schon geschminkt, als kein Mensch wusste, dass der je in sein könnte. Stundenlanges Schminken um danach ungeschminkt auszusehen.
Meine Schminkfachkraft hatte zwischendrin schon eine Kollegin gebeten, ihr ein Holzfällersteak mitzubestellen und auf die Frage hin, ob sie keine Angst hätte, dies könnte kalt sein bis sie kommt geantwortet, sie könne schneller schminken, als andere ein Steak braten.
Als ich mich vor dem Spiegel bewunderte, war mir also sehr klar, dass die Frage, ob ich mir so gefiele von mir nur mit einem "Ja" beantwortet werden konnte, denn so lila war ungewöhnlich und anders - was würde die hungrige Dame wohl im Gedanken an ein erkaltendes Steak aus mir machen?
Ich beschloss, dass ungewöhnlich, anders und lila prima sei und beließ es dabei.
Nach kurzer Wartezeit, wurden mir dann in einer englischen Landhauskulisse 25 verschiedene Posen diktiert, während die Fotografin immer fein draufhielt und knipste.
"Und jetzt ein Lächeln! Nicht die Zähne fletschen!"
Oliver kam, seine Augen weiteten sich, ich musste lachen, die Fotografin war glücklich.
Einen Stand weiter bekam ich dann alle 25 Bilder zu sehen.
2 gefielen mir. 2 nahm ich.
Oliver fand noch ein Geschenk für seine Kusine, das innerhalb des 10,- Euro Budgets blieb und wie er mir vorrechnete, also gar nichts kostete, weshalb er mir auch nichts schuldet und dennoch ein Geburtstagsgeschenk für seine Kusine hat.
Als wir gehen wollten, fragte er "willst du das nicht erst abwaschen???"
"Nein", sagte ich, "so werde ich mich jetzt täglich schminken. Das ist nämlich schön!"
Oliver sah mich komplett entsetzt an, aber irgendwas an meinem Blick erinnerte ihn an einen Rat von Mario Barth "dann ist ganz wichtig: einfach mal Fresse halten!"
Eine Dame im Pelz kam in den Laden geschwebt und verkündete einer Verkäuferin, sie bräuchte 24 winzige Geschenke. Da war sie richtig! Die Verkäuferin jubelte, sie habe da ganz entzückende Kleinigkeiten und zog sie zielstrebig zu den Produkten von Chanel und Dior - und mein Sohn mich aus dem Laden hin zu einer FastFoodKette seiner Wahl.
Während er seine Fritten kaute, zog ich noch einmal die Fotos aus der Tasche um meine eigene Schönheit zu bewundern.
Er guckte sehr interessiert mit hin und fragte dann: "wie haben die die ganzen Falten wegbekommen?"
Ich atmete, musste kurz an Olivers Papi denken, an den Papi von Olivers Papi und an die Vererbungslehre.
Ja, ja, das ist so mit Mathematikern.
Die stellen Sachfragen. Immer und überall.
Ich atmete erneut und meinte dann "Weichzeichner!"

Kommentare:

  1. Liebe Carola!
    Da ist dir ein kleiner Lapsus passiert: "Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal die Fresse halten!" wird übrigens Dieter Nuhr zugeschrieben (http://de.wikipedia.org/wiki/Dieter_Nuhr), den ich vor ein paar Wochen hier in MG besuchen durfte. Was ich bei Mario Barth nie getan hätte. Nein, nie nicht. Nimmer. Neverever.
    Ciao Christine

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  2. Oh, dann hat Herr Barth abgekupfert, denn der verwendet den Satz ganz klar auf einer seiner CDs, die ich nahezu auswändig kann, weil ich einen Sohn habe.
    Ob das unter "freiwillig" läuft, vermag ich nicht zu sagen ... ;-)

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