Sonntag, 6. Juni 2010

die Sache mit den Genen ...

Eigentlich halte ich mich für einen recht tüchtigen, verantwortungsbewussten und organisierten Menschen (lieb, bildschön und bescheiden und noch 1 paar Millionen guter Eigenschaften mehr ... kommen natürlich auch noch dazu), aber gelegentlich dämmert mir, womit ich meine Mitmenschen in den Wahnsinn treibe.
Freitag zB habe ich meine Schwester wieder zum Bahnhof gebracht.
Vorher machten wir noch eine sonnige Runde mit den Hunden, die länger wurde als geplant.
Die Autofahrt war eilig und ich war froh, dass ich eine Woche zuvor eine kleine Straße entdeckt hatte, die mir einen großen Schlenker um den Bahnhof herum ersparte.
Gut war auch, dass die Bahn von Bahnsteig 5 fuhr, denn das ist vom Parkplatz aus gesehen der erste Bahnsteig. Wir kamen die Treppe rauf, meine Schwester stieg ein und die Bahn fuhr ab.

Ja, ich glaube, es ist nicht so sehr die Tendenz zur Verspätung - das kann jeder - sondern die, dass ich mit dieser Schusselei eigentlich jedesmal durchkomme.
Ich lasse mein Portemonnaie regelmäßig irgendwo liegen und es wird mir immer umgehend gebracht.
Digicam auf der Toilette in Stockholm gelassen? - natürlich bekomme ich sie wieder.
Am Sandstrand von Sankt Peter Ording ist uns ein freundlicher Mensch wirklich weit gefolgt um mir meinen Autoschlüssel nachzutragen, ohne den wir arg aufgeschmissen gewesen wären.

Und gestern durfte ich begreifen, dass ich diese Art an meine Tochter vererbt habe.
Wir mussten nach Elmshorn zur Infoveranstaltung der Organisation, mit der sie in ihr Highschooljahr in Australien startet. Wir sind reichlich mit Unterlagen eingedeckt worden und ich habe irgendwann einmal befunden, dass sie dazu einen Ordner anlegen soll. Sie stapelt aber lieber ... haha ... noch so ein mütterliches Gen, an das sich der eine oder andere ExMann sicherlich mit Schaudern erinnert.
Langer Rede ... die Einladung zum Infotreffen verschwand. Allerdings mit soviel Vorwarnzeit, dass das Töchterlein sich telefonisch noch einmal informieren lassen konnte.
Mit dem Ziel, morgens um 9 Uhr bei Camps in Elmshorn zu sein, brachen wir also auf. Bei Camps war es dann aber sehr ruhig. Dort war niemand.
Hach, ein Zettel an der Tür mit dem Hinweis auf den Ort der Infoveranstaltung wäre gut gewesen.
Es kann doch nicht sein, dass wir die einzigen etwas schusseligen Infobedürftigen waren, oder etwa doch? (??)
Ich rief bei Camps Elmshorn an und erfuhr zweierlei:
auf meinem Handy waren nur noch 60 Cent und die Bürozeiten von Camps Elmshorn vom Anrufbeantworter. Übrigens die gleichen wie die von Camps Köln. Toll.
Wir waren sehr sicher, was Elmshorn und das Datum anging und kamen darauf, dass die Veranstaltung sicherlich in einem Hotel stattfand.
Camps mag Infoveranstaltungen in Hotels.
TomTom war so nett, uns eine Liste der Hotelnamen auszuspucken und wir erinnerten uns beide umgehend, dass auf der Einladung das Hotel Royal stand.
Genau!
Ganz sicher!
Dort war es aber nicht, dafür aber eine wirklich nette junge Angestellte, die nicht nur auf das Sporthotel tippte, sondern sogar noch für uns anrief.
Ja, da waren sie und kurz darauf auch wir.
Was daran nun aber das Witzigste war:
wir kamen dort in vollkommen sonniger Stimmung UND pünktlich an, denn es lief ein einstündiges Meet-and-Greet und wir waren absolut nicht die Letzten, die dort eintrudelten.
Alles Eltern mit Teenies, die bald für ein Jahr sonstwo sind.
USA, Kanada, Brasilien, Südafrika sogar und Indien, Neuseeland und Australien.
Eine von den Angestellten fragte mich, wohin denn mein Kind ginge und ich sagte ganz fröhlich:
meine Tochter macht das Highschooljahr in Australien.
Niemand war überraschter als ich selbst, als mir prompt die Tränen über das Gesicht kullerten.
Mütter ...
Michaela ist so gesehen auch schon Chaos-erprobt.
Immerhin hat sie schon in Frankreich während der durch den Pilotenstreiks etwas chaotischen Rückreise ihr Flugticket verloren und ist dennoch reibungslos nach hause gekommen - und in England hat sie ihren Reisepass verloren, was ihr 2 Fahrten zur Londoner Botschaft einbrachte.
Und kürzlich saßen wir Dank des Ascheregens zwischen sehr aufgebrachten Touristen in Ägypten fest.
Wir dürfen also gespannt sein ...

Kommentare:

  1. Schwester im Geiste. Es gibt ja so viele Leute die sich für Pechvögel halten. Ich glaube das Leute wie Wir die Art des Unversums sind das wieder auszugleichen. Wie weiße Löcher als Gegenstück zu schwarzen. Wusstest Du z.B. dass wenn man sein Zugticket beim Umsteigen im Sitznetz lässt, der neue Schaffner im alten Zug anrufen kann und danach suchen lässt? Wenn das dann gefunden und bestätigt ist kann er sogar bei der nächsten Verbindung anrufen wenn man nett fragt.

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  2. danke für diese info. sie könnte mir in naher zukunft sehr nützlich sein. nett fragen ist meine spezialität... :)

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