Sonntag, 21. März 2010

Auf Abwegen ...

Im Gegensatz zu gestern hatten wir heute einen recht sonnigen Frühlingstag und während Michaela kränkelte, hatte Oliver richtig Lust, mit Knut, Coffee und mir auf Wanderschaft zu gehen.
Gestern hatte ich einen neuen Weg entdeckt und heute wollten wir erkunden, wohin er führt.
Ich hatte da so eine Idee - dass er geradewegs zu einem Cafe im Aukrug führen könnte.
Da ich aber gerne bei Entfernungen daneben liege, sprach ich selbst diese Idee nicht aus, da ich so ungerne von meinem Sohn ausgelacht werde.
Als wir aber auf dem neuen Weg gut unterwegs waren, kam er auf die gleiche Idee.
So ein mit Kaffee und Eis bestücktes Ziel wäre eine feine Sache.
Es motivierte uns, Wege zu sehen, wo eigentlich gar keine Wege waren oder der Weg längst in ein Feld übergegangen war, aber sicher ganz bald wieder in einen Weg münden würde ...
Coffee und Knut hatten mindestens soviel Spaß wie wir.
Auf freien Feldern hat Coffee ein Spiel entwickelt, das Knut nicht soooo sehr mag.
Sie läuft einen großen Bogen, bei dem sie immer schneller wird und ihn gnadenlos über den Haufen rennt. Einmal hat sie ihn dabei so umgerempelt, dass er danach laut fiepend und wehklagend liegenblieb und ich mich schon einen blonden Halbwüchsigen wieder nach hause schleppen sah.
Aber schon im Wehklagen begann er in meinen Armen wieder zu wedeln und kurz darauf humpelte er wieder fröhlich neben uns her. Die nächsten Male, wenn Coffee "beschleunigte", habe ich ihren Namen einmal laut und drohend ausgesprochen, was sie meist davon abhielt, Knut wieder umzuhauen.
Wir hatten mittlerweile einen sehr vielversprechenden Plattenweg erreicht und sahen Kaffee und Eis schon regelrecht vor uns stehen.

Ja ja ... kennt Ihr die Geschichte von den tapferen Männern, die mit Schiffen im Gepäck ins Zentrum Australiens zogen und ein Meer suchten?
Und weitere Expeditionen, die einen Weg zum Meer suchten und auch scheiterten?
Als unser Weg nach links knickte, wo er ganz dringend hätte nach rechts knicken müssen, zog ich die Notbremse und erklärte, dass wir besser umdrehen und alles wieder zurückgehen sollten.
Oliver fand das gar nicht gut.
An einer Kreuzung hätte er gerne noch einen anderen Weg ausprobiert, den wir ca ein Stündchen zuvor verworfen hatten, aber ich bestand auf den kompletten Rückzug.
Allerdings einen, bei dem wir diesmal auf dem befestigten Weg blieben, statt wieder beschaulich über Felder zu stromern.
Glücklicherweise gingen all meine vermuteten Abkürzungen auf dem Rückweg auf, denn ich hatte nach unserem gut 4stündigen Marsch das Gefühl, dass weder Oliver noch meine Füße ein weiteres "hm, das scheint doch nicht dahin zu führen, wo ich vermutete!", weggesteckt hätten.

Wieder daheim eröffnete ich die Kaffee-Gartensaison und lud Oliver danach zu unserem Griechen ein. Das hatte er sich redlich verdient. Auf dem Rückweg - im Auto! - kamen wir auf die Idee, doch mal zu gucken, ob wir den Plattenweg nicht auch mit dem Auto fänden und gucken könnten, wie weit es denn zu unserem Cafe noch gewesen wäre.
Zuerst probierten wir den verworfenen Weg aus - der nach einem Kilometer in einem schlammigen Feld endete.
Wir waren mächtig froh, dass wir das nicht noch zu Fuß ausprobiert hatten!
Weniger mächtig froh war ich darüber, nun rückwärts bis zur nächsten Gabelung fahren zu müssen, denn der Weg war schon vorwärts nicht zu einladend gewesen.
Wir fuhren noch zwei andere Wege ab, von denen einer prompt im nächsten Feld endete und der andere nach 5 km in Aukrug-Innien endete, das wir dort sicherlich nicht vermutet hätten.
Nun, beim ersten Weg wendete ich dann doch einmal und hätte das Auto fast in den Zaun gesetzt, weil *hust* Oliver nun wirklich nicht wissen konnte, welchen Zaun genau ich meinte, als ich fragte, ob ich auf seiner Seite weit genug vom Zaun weg wäre ...
(Männer, Frauen, Kommunikation ...)
Das mit dem Aukruger Ortsteil dagegen, könnten wir durchaus einmal überdenken.
Nicht nur gibt es dort auch ein sehr nettes Antik-Cafe, sondern auch noch eine Haltestelle "unserer" Bahnlinie, so dass wir nach einem schier endlosen Hinweg erst einmal Kaffee und mehr redlich verdient hätten und dann mit der Bahn wieder nach hause fahren könnten.
Mal schauen - im Sommer mal - falls wir dann noch wissen, welcher der vielen Wege uns letztendlich dorthin geführt hatte ...

1 Kommentar:

  1. Ich bin mal auf einem Rundwanderweg ca 300m vor der erwarteten Abzweigung umgekehrt. Der Rückweg war dadurch bedeutend länger. Seit der Zeit habe ich eine aktuelle Wanderkarte ...
    Amazon sendet dir in den nächsten Tagen eine ... statt Afrika-Keksen ...

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