Mittwoch, 11. November 2009

A. J. Jacobs - Die Bibel & ich

A.J. lebt mittlerweile im 3. Monat möglichst Bibeltreu und hat nun im Park einen Ehebrecher gesteinigt.
Und es genossen.
Keine Bange, er hat nur kleine Steine genommen und der Ehebrecher hat locker überlebt.
Oder doch Anlass zu Angst und Bange?
Wer die Bibel wörtlich nimmt, beginnt erste Steine zu werfen und sich hinter dem Buch der Bücher zu verstecken?
Ich habe sie auch mal gelesen, die Bibel, weil ich es wichtig fand, sie zu lesen, die Bibel.
Ich habe sie von vorne bis hinten gelesen, aber ich fürchte, es war etwa so ergiebig, wie gewisser Matheunterricht. Die Stunden, in denen xe und Ypsilone auftauchten. Kleine hochgestellte Zahlen erschienen oder gar kleine hochgestellte Zahlen und Xe und Ypsilone.
Ich habe unseren armen Mathelehrer unablässig angestarrt und zugehört aber am Ende hatte ich mein armes Hirn entweder unablässig mit der Botschaft "hör zu! hör ihm verdammt noch mal zu! wenn Frank den Mist versteht, muss ich ihn doch auch verstehen können!" zugedröhnt, oder ich habe überlegt, ob der Haaransatz unseres Mathelehrers seit der letzten Woche noch weiter nach hinten gerückt sei, ob das der gleiche Pulli wie in der letzten Woche sei, oder er evtl. einen ganzen Schrank voll dieser Pullis hätte.
Aber keines der Worte des Lehrers fand Halt.
Ich zwang sie zum linken Ohr rein, aber sie flutschten in stetigem Strom zum rechten Ohr wieder raus, hinterließen nichts als Verzweiflung und führten zu Klassenarbeiten, in denen jede meiner hart berechneten Lösungen X=X oder 0=0 lauteten.
Es ging mir mit großen Teilen der Bibel auch so - wusch!
"dann ist sie unrein ..." sorry, aber das rauschte nicht nur durch, sondern erweckte noch sanft emanzipierten Unmut. Nicht im Sitzen pinkeln können, aber andere unrein nennen, nur weil sie gelegentlich ein wenig bluten ... pah ...
A.J. Frau findet A.J. Verhalten auch affig und gönnt sich den Gag, sich auf absolut jeden Stuhl zu setzen und in jedes Bett zu legen - unrein - auf dass A.J. sich einen Stockstuhl kauft, auf dem er dann sitzen kann, wenn sie unrein ist ...
Ein Buch von ihr über ihren Mann, würde mich auch interessieren.
Übrigens lese ich A.J. gerne.
Das Buch ist nicht nur witzig, sondern frischt Wissen auf und man lernt auch komplett neue Sachen. Der Autor ist auch in Bandbreiten sehr ehrlich.
Er steht dazu, andere zu beneiden, was er sich im Bibel-Jahr natürlich verkneifen muss.
"Du sollst nicht begehren ..."
Da habe ich Glück. Ich mag durchaus eine Menge Macken haben, aber Neid und Eifersucht sind mir schlicht fremd. Zumindest dieser missgünstige Neid.
Der konstruktive "ich auch!"-Neid gehört durchaus zu meinem Gefühlsleben, aber der Schlenker zum "du nicht!"-Neid, bzw Missgunst geht mir glücklicherweise ab.
Nicht, weil ich das irgendwie toll überwunden hätte. Es ist mehr wie eine emotionale Farbenblindheit.

so, ich gehe noch ein wenig lesen

der Amazon-Link:
Die Bibel und ich: Von einem, der auszog, das Buch der Bücher wörtlich zu nehmen

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