Dienstag, 21. Juli 2009

Mami am Sorgentelefon

Nachdem ich gestern dann doch so allmählich dazu kam, meinen kinderlosen Status zu genießen, klingelte das Telefon und dran war ein gut eingeschluchztes Töchterlein.
Wir sind ein eingespieltes Team ...
Wenn mein kleiner Goldschatz meint, ihr sei alles zuviel und Mami soll übernehmen, zieht sie sich zurück und arbeitet daran, ein paar Tränen rollen zu lassen und den perfekten Belag auf die Stimme zu kriegen, bevor sie mich anspricht.
So auch diesmal ...
Diese Vorbereitungen dienen dem Zweck, dass ich gar nicht erst schimpfe, sondern direkt auf den "ich mach das schon!"-Trostpunkt komme.
Und zwar ist es ihr gelungen, ihren Pass zu verlieren und im Koffer ihr Shampoo auslaufen zu lassen.
Hehe, die matschige Wäsche habe ich nun nicht am Hals, aber den Job, ihr ein Ersatzpapier zu organisieren, obwohl ich sehr sehr sicher bin, dass die Engländer sie am Ende ihre Urlaubs auch ohne Pass sehr gerne wieder zu mir zurückschicken würden.
Wobei mir jeder dieser Auf-Probe-Abschiede aber auch zeigt, dass ich sie trotz aller Arbeit und sprungbrettartig missbrauchten Nerven auch sehr sehr gerne zurücknehme.
Lustig ist auch, dass solche Meldungen immer nur von ihr, der Großen, Weltgewandten kommen, während ihr kleiner Bruder dort wo man ihn abwirft immer bestens zurecht kommt.
Er lässt sich schwerlich von irgendwelchen Mängeln verwirren.
Ich habe mir bei einer Klassenfahrt mal den Gag gegönnt, nur eine Ersatzunterhose einzupacken.
Was soll ich sagen?
Er hat sie nicht gebraucht ...
Wobei diese Zeiten lange her sind.
Sehr lange.
Seinen Koffer packt auch er schon lange selbst und seit die glitschigen, comicbedruckten Satindinger aus dem Hause H&M zum modischen "Must have" wurden, ist auch der tägliche Wechsel gesichert.
Ach ja, das ist so.
Gelegentlich wird mir klar, dass ich die Zeit mit meinem Sohn regelrecht aufsaugen und auf mich wirken lassen muss, denn sobald er mal auszieht, ist sehr viel sehr vorbei und so langsam verstehe ich Mütter, die ihren Söhnen die Wäsche waschen um noch ein Stück Alltag zu erhalten.
(verstehen ist die eine Sache - es tun, die andere :)
Die Sache ist, dass mein Sohn seine Probleme einfach selbst löst und unser Verhältnis sich drastisch ändern wird, sobald ich nicht mehr das Problem bin (das es gerne ordentlich und sauber hätte), sondern mich als Teil einer Lösung (gute Tipps in unnützen Themen wie Ordnung und Sauberkeit) ins Spiel bringen möchte ...

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