Dienstag, 16. Juni 2009

Verliebt in einen Vampir

Jaja, die Geister die ich rief ... bzw, die Vampirbücher die ich kaufte ...
Ich bin gesättigt, was dieses Genre angeht, aber die letzten beiden Bücher meines Stapels gebe ich mir noch.
Lynsay Sands ließt sich zu Beginn auch ganz vergnüglich.
Rachel ist Pathologin und Etienne landet mehrfach bei ihr, erholt sich aber immer wieder, was man nach einem Zusammentreffen mit einer Axt von Rachel eher nicht erwarten kann.
Daher wandelt Etienne Rachel auch zur Vampirin.
Wobei Lynsay Sands eine eher wissenschaftliche Erklärung für Vampire liefert, die nämlich vom sagenumwobenen Atlantis stammen und Nanos für ihr Blut entwickelt haben, die sie ununterbrochen von innen heraus erneuern.
Zu Beginn erscheint Rachel das alles als erotischer Traum (und liest sich witzig), aber dann übertreibt die Autorin es erst mit der Normalität ihrer Vampire - 3 Geschwister und ihre Mami, allesamt furchtbar nett und gut erzogen.
Obwohl schon mehrere Jahrhunderte alt und den Umgang mit makellosen Vampiren gewöhnt, verliebt Etienne sich umgehend in die nun auch immer makellos werdende Rachel. Warum auch immer - das wird nicht weiter erklärt. Obwohl Etienne seit Jahrzehnten keine Lust mehr auf Sex hat und lieber Computerspiele entwickelt, ist er nun ganz heiß auf Rachel und wendet seltsame Tricks an, damit sie bei ihm bleiben muss.
Es ist nicht ganz so einfach, es sich hochromantisch vorzustellen, sie die beiden nun Nacht für Nacht vor dem Computer hängen und spielen, schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass einer der Tricks darin besteht, dass Etienne Rachel möglichst ekliges, klumpiges Blut serviert, das sie kaum runterbringt, damit sie bei ihm bleiben muss, weil er sie dann via Infusion mit Blut versorgt.
bah bah bah
Seine Vampirfamilie nimmt sie mit zu einer Brautfeier, die den Charme einer Tupperparty hat und erstaunlicherweise wird kein Gedanke an Rachels Familie vergeudet, die wohl irgendwo im Hintergrund gruselige Ängste um sie ausstehen muss.
Stattdessen kommen wir zum obligatorischen Softporno-Teil dieses Genres.
Mittlerweile habe ich ein profundes Vokabular um Worte wie Penis oder Schwanz nicht zu sagen.
Besonders die Wurzel seiner Männlichkeit hat es mir angetan - Rachel noch viel mehr ...
Rachel ist sehr amerikanisch ... im Bett gibt sie alles und noch mehr, aber trotz ihrer beginnenden Makellosigkeit, hat sie arge Hemmungen, sich ihm nackt zu zeigen.
Und natürlich haben beide ein happiges Kommunikationsproblem.
(immerhin lässt er sie absolut widerliches Blut schlucken, statt ihr zu sagen, dass sie bleiben soll - das muss einfach Liebe sein ...)
Und so kommt es auch in diesem Vampirroman wieder zum allseits beliebten Gedankenlesen, dass wohl vorstellbarer ist als "Gedanken aussprechen".
Wobei *seufz* die Gedanken beschränken sich auf gegenseitiges Begehren.
Wie gesagt, noch 1,5 Vampirromänchen, in denen die Frauen ihre Beine und Arme unablässig um Vampire schlingen, sich öffnen was das Zeug hält und unglaubliche Gefühlsexplosionen erleben ... dann steht mir die Welt der Bücherregale wieder offen.
Verliebt in einen Vampir von Lynsay Sands

Kommentare:

  1. Ich gehe mal davon aus, dass du "Lange Zähne" von Moore schon gelesen hast. Würde ich dir ansonsten sehr ans Herz legen!
    Ciao christine

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  2. Ja, das kenne ich - aber wußtest Du, dass es eine Fortsetzung gibt? Und ein Buch namens "Fool" von ihm, das ich auch noch nicht kenne?
    Und dass ich beide und noch ein ganz anderes jetzt bestellen musste?
    Du bist schuld, wenn meine Kinderlein verhungern, weil Mami alles Geld in Bücher steckt ...

    die Carola

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  3. Die Fortsetzung von "Lange Zähne" soll nicht so doll sein.
    Ich habe "Fool" gelesen und irgendwie hat es bei mir keine Saite zum Schwingen gebracht. Ich fand es eher unlustig - ganz im Gegensatz zu "Ein todsicherer Job". "Fool" wirkt irgendwie wie im Rausch geschrieben - in einem durch billigen Rotwein induzierten.

    Ich hoffe, dass du nun das Geld sparst und dafür zumindest Miracoli zur Verköstigung der Kinderschar leisten kannst.

    Ciao Christine

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