Sonntag, 7. Juni 2009

kurzes Glück ...

Nein, das Glück war nur von kurzer Dauer.
Der Knabe hatte mein Motorsensenproblem nur vorübergehend gelöst.
Und zwar scheitere ich regelmäßig daran, den Mähdraht meiner Sense auszutauschen. Dazu gehört nämlich eine komplizierte Wickeltechnik, mit der ich wohl überfordert bin.
Ich stricke Pullis und Socken, sticke Bilder, häkle Topflappen - alles keine große Sache - den Draht an meiner Motorsense zu erneuern ist dafür eine Angelegenheit, zu der ich immer erst Kaffee koche und im schlimmsten Fall dann irgendwann die volle Tasse an die nächstgelegene Wand schleudere.

Ich suchte also nach einer Online-Anleitung für Doofe, was das Draht wechseln anging und fand ein resolutes Weib, das nicht mehr mit Draht mäht, sondern mit leicht zu wechselnden Plastikmesserchen im Schneidekopf.

Genial!

Ich also hin zu unserer Genossenschaft und ran an den Mann, der mir dann auch so einen Kopf mit Messerchen an meine Sense schraubte. Mich verwirrte leicht, dass er von mir immer in der Mehrzahl sprach. "Ihr müsst beim Mähen dann aber bei Maschendraht und so aufpassen ..."
Ich guckte mich um, war ganz allein und grübelte, ob eine Diät etwas an meiner Mehrzahl änderte.
Daheim mähte ich begeistert den einen Vorgarten nieder, begann dann mit meiner ungeblümten Wildblumenwiese und mähte mir prompt ein wunderfeines Loch in meinen Maschendrahtzaun, das ich noch wieder flicken muss ...
Merke: Brombeeren ranken immer in der Nähe der Zäune und damit diese Brombeeren keine Fluchtrampe für meine Susis bauen, müssen sie dort eben regelmässig gekappt werden.
Susis sind fluchtaktiv buddelnde und kletternde Panzertiere ...
Nach der Begegnung mit dem Maschendrahtzaun, einigen hundert Brombeeren und dem einen oder anderen Feldstein, ließ die Reichweite meiner Sense spürbar nach und ich wollte mal eben die Messerchen austauschen.
Kein kompliziertes Wickeln: einfach aufschrauben, abgeschlagene Messerchen entnehmen, neue reinlegen, weitermähen.

Hahaha!

Der blöde Kopf war so festgeschraubt, dass weder ich, noch mein Töchterlein ihn abgeschraubt bekamen. Der nächste Mensch mit kräftigen Händen war dann ausgerechnet der regelmäßige Gast meiner Kate, der wenig später sinnierte, dass er angesichts meines Unkrauts des Nachts nicht ruhig schlafen könnte und es bezeichnend fand, dass ich statt Ordnung in meinem Garten zu schaffen, Unkraut-Kochkurse belegte.

Hm, ich könnte des Nachts nicht ruhig schlafen, wenn ich eine erboste Herrin eines großen verunkrauteten Gartens unnötig beleidigt hätte ... wäre ich dieser regelmäßige Besucher, könnten mich gewisse Kastrationsängste beschleichen ...

Seither könnte ich wieder sensen, aber wozu?
Der lästerliche Besuch ist längst wieder abgereist und es ist viel sinnvoller mit dem Mähen wieder noch ein wenig zu warten und dann gleich das Wuchern längerer Zeit auf einmal zu mähen ... oder so.

1 Kommentar:

  1. Der lästerliche Besucher hatte das aber gar nicht so gemeint und war ernsthaft neidisch auf diese Eigenschaft, die er sehr gerne hätte um den Widrigkeiten des Alltags gelassener entgegen zu treten.

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