Freitag, 10. April 2009

sonnige Tage

Derzeit nutze ich viele viele Gelegenheiten, Herz und Hirn mit Sonne zu fluten.
Entweder rupfe ich im Garten herum oder mache lange Spaziergänge mit Coffee +
Dank der Telekom sind meine Tanks bald auch gut gefüllt, denn in unregelmäßigen Abständen stirbt wahlweise das Telefon, das Internet oder beides.
Mal kann ich dann via Internet die Telefon-Störung melden oder via Telefon die Internet-Störung oder via Handy den Totalausfall.
Das mit dem Handy ist allerdings nicht so leicht, weil wir in einem ziemlichen Funkloch wohnen.
Seit ein paar Tagen strolchten hier Männer mit Messgeräten herum und ich ahne Übles:
ein Bürgersteig?
Und jetzt, wo ich eine eigene Laterne auf den Hof stellen ließ, kommt dann sicherlich eine Straßenlaterne dazu ... und Bürgersteig ... Bürgersteig ist mein persönlicher Alptraum.
Ich will keinen, ich brauche keinen ...
Ich habe um die Ecke einen und hoffe, keiner ahnt, dass er zu mir gehört.
Und fragt nicht, weshalb ich um die Ecke einen Bürgersteig habe ... das ist eine lange Geschichte.
Aber hier vor meiner Kate habe ich keinen.
Und das ist gut so.
Die Leute hier haben einen Tick, was ihre Bürgersteige angeht.
Dass sie im Winter den Schnee runterschippen, kann ich ja noch nachvollziehen.
Dafür marschiere ich auch gelegentlich um die Ecke und schippe.
Aber in den restlichen Jahreszeiten, freue ich mich immer, dass ich keinen Bürgersteig vor der Kate habe, denn der dürfte zu umgehender Ächtung führen.
Hier wird nämlich nicht nur der Bürgersteig gefegt (täglich!), sondern auch noch die Fugen leergekratzt und der Bürgersteig endet nicht mit der Kante, sondern erst auf der Straße.
Unter Einsatz ihres Lebens stellen sich auch Landstraßen-Anwohner auf besagte Landstraße und fegen und kratzen und polieren nahezu bis zum Mittelstreifen ihren Bürgersteig.
Ein herziges Bild, wenn die Opis mit ihren Enkelchen täglich die Bürgersteige putzen.
So gründlich, dass die ganze Familie abends die Stullen dort essen könnte.
Meine Nachbarn vis a vis haben ein Eckgrundstück und eine Buche - und zu allen Jahreszeiten den saubersten Bürgersteig der Welt.
Mir gegenüber hat ihr Grundstück auch keinen Bürgersteig, dort haben sie Kies.
Je nachdem, wie ich ausparke - oder die Post oder Freunde oder irgendwer - geraten wir mit den Reifen auf den Kies und dann muss man nur 3 Minuten warten, dann kommt meine 88jährige Nachbarin aus dem Haus und harkt ihren Kies umgehend wieder schön "schier".
Ich zirkle daher immer wie sonstwas, um ihr keine Arbeit zu machen, aber das nützt gar nichts.
Wenn ich ausparke, kommt sie regelmäßig mit ihrer Harke - auch wenn ich mit den Rädern überhaupt nicht drauf war! Naja, oder wirklich nur gaaaaanz knapp ...
Mir deucht auch, dass die Kiesfläche wächst und meinem Parkplatz immer näher kommt ...
Mittlerweile habe ich aber raus, dass diese Harkerei gar nicht kritisch gemeint ist, sondern von meiner Nachbarin auch gerne als Mittel der Kommunikation eingesetzt wird.
Gestern aber, als wir vom Kieferorthopäden kamen, war alles anders:
dort wo vormittags noch gut geharkter Kies war, war nun ein Loch und drumherum zig Kastenwagen, ein kleiner, weiter buddelnder Bagger und und und ... auf meinem Parkplatz auch ein Kastenwagen.
Aber nur, bis ich mit eindeutiger Zeichensprache die Besitzverhältnisse klärte.
War mir ganz klar, was da vorging: Bürgersteige!
Im Haus dann wieder das: alles tot-Erlebnis in Sachen Telekom und ich meldete mal wieder mit dem Handy die Störung.
Als ich kurz darauf noch einmal los musste und man mich mit dem Auto zwischen Loch und Baufahrzeugen durchlotste, fragte ich eher aus Spaß, ob die Herrschaften irgendwas mit der Telekom zu tun hätten.
Und siehe da: es ging gar nicht um Bürgersteige, die Leute waren tatsächlich von der Telekom.
Und siehe da: von meiner Störung wussten die aber gar nichts, die waren wegen einer anderen Störung da!
Very funny ...
Ich setzte all meinen Charme ein und mein Anschluss kam mit auf die Liste der zu bearbeitenden Störfälle. Toll!
Weniger toll war aber dann die Erkenntnis, dass schon fast Feierabend sei und man keine wirkliche Lösung für unser Problem fand.
Man hat ein Provisorium zusammengefrickelt, dass hoffentlich eine Weile hält.
Dienstag kommen sie wieder.
Hoffentlich regnet es nicht, sagte der Telekom-Mensch. Regen wäre gar nicht gut für das Provisorium. Und dass ich nicht fluchen soll, sagte der Telekom-Mensch.
Ich hatte gar nicht geflucht.
Ich hatte nur "Telekom!" gesagt.
Und "Telekom ..."
Aber versucht es selbst: je nach Betonung ist es tatsächlich schon ein Schimpfwort und irgendwann findet man sicherlich im Bußgeldkatalog einen Eintrag, was einen ein "ey, du Telekom!" kostet ...

Hoffentlich regnet es bis Dienstag nicht ...

1 Kommentar:

  1. Im Ländle gibt's die Kehrwoche ...

    Nenn' doch deinen zweiten Hund Tele: "Tele komm!" Und dann verstehn die Leute aber bestimmt Töle ...

    Frohe Ostern!

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