Samstag, 25. April 2009

Löwenzahnblütensirup

Der Garten zu der Kate ist eine große Wildnis, die ich ohne Hilfe niemals in den Griff bekommen werde. Ich habe einiges Geld in den Garten gesteckt, aber ehrlich gesagt nur in 2 Bereiche:
1. alles fällen, was nach Friedhof aussieht - ich mag keine Immergrüns und keinen Rhododendron
2. einen kniehohen Zaun um die Wiese, damit dort die Susis ihr Reich haben
Durch die vielen Arbeiten an der Kate und die Baggereien, die für die Erdwärmepumpe nötig waren, ist der Boden teilweise verdichtet und durch den hohen Grundwasserpegel verwandeln sich große Teile des Gartens gerne mal in einen mückenreichen Sumpf.
Dazu kommt, dass ich keine Ahnung von der Gartenarbeit habe und auch kaum Zeit dafür.
Mit anderen Worten:
es gibt nur eine Handvoll gepflegter Alibi-Ecken, während der Rest munter vor sich hin wuchert.
Oh, die Wiese.
Ich sage bewusst nicht Rasen, denn man kann sie mit einem Rasenmäher nicht mähen - der Boden ist zu uneben und so halte ich die Gräser dort mit einer Sense im ähm, erträglichen Bereich.
Aber wisst Ihr was?
Ich liebe den Garten mittlerweile und wenn ich nicht gerade Hunderte Eschen ausrupfe, gucke ich was bei mir wächst und ob man es irgendwie nutzen kann.
(es gibt fast keine Stelle, in die man nicht einen Gartenstuhl schleppen und sich mit einem Buch und einer Tasse Kaffee mittenrein setzen kann ... bis auf die Brennnessel-Teile ...)
Gestern habe ich zB Löwenzahnblütensirup gekocht und bin begeistert.
Wer auf Sirup mit bitterem Nachgeschmack steht, sollte es auch mal probieren - das Zeug schmeckt köstlich, wenn man es zB mit Mineralwasser zu Limo verwandelt, oder auf Grieß, Milchreis, Vanille-Eis oder mit Milch zu einem Milk-Shake aufgeschäumt.
Wer beim Perfekten Dinner mitmacht, kann es sicher auch zum Aperitif in den Champagner kippen.
Keine Ahnung, ob das schmeckt - ich vermatsche meinen Champagner höchstens mit Cassis - aber es klingt schon mal sehr ungewöhnlich :)

Mein Rezept geht so:
In der prallen Sonne 200 Gramm Blüten ernten - ich kappe sie mit einem Küchenmesser direkt unter der Blüte. Dabei alles Krabbelvolk abpusten oder vorsichtig schütteln.
Dann die Blüten mit 2 aufgeschlitzten Vanille-Schoten und 3 in Scheiben geschnittenen Bio-Zitronen in 3 Liter Wasser aufkochen.
Sobald das Wasser heftig kocht, den Herd ausstellen und vergessen.
Später alles durch ein mit einem Tuch ausgelegten Sieb in einen anderen Topf gießen, 3 kg Zucker zugeben und nun 1,5 Stunden ohne Deckel leise vor sich hin köcheln lassen.
Schraubflaschen für 3 Liter Sirup säubern und dann den Sirup in die Flaschen abfüllen.
Leckers Zeug und allezeit eine gute Ausrede, dass der Löwenzahn kein Unkraut ist, sondern eine dringend benötigte Nutzpflanze.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte zumindest mit einem Vor- oder Spitznamen signieren.
:)