Donnerstag, 12. Februar 2009

der Spiegel erklärt uns den Türken an sich ...

Der Fall selbst ist traurig, aber das Medienspektakel drumherum unfreiwillig komisch.
Der mutmaßliche Mörder der kleinen Kardelen ist in der Türkei gefasst worden und da es um Türken geht, stehen die Fettnäpfchen eng beisammen.
Da will so ein Journalist natürlich nichts (selbst) sagen, was auf Vorurteile schließen ließe.
Der Spiegel geht auf Nummer sicher und zitiert eine regelrechte Türken-Expertin, deren Auführungen mich arg an diese Reiseführer-Serie mit den "Insider-Tipps" erinnern.
Die türkischstämmige Bundestagsabgeordnete Lale Akgün (SPD) erklärt nämlich, weshalb der türkische Schwiegervater des türkischen mutmaßlichen Mörders in die Türkei reiste und seinen Schwiegersohn aufspürte:
"Es ist ein Ehrverlust, so jemanden in der Familie zu haben und man stellt die Ehre wieder her, indem man ihn ausliefert"

Ist das nicht informativ?
Und es bedarf schon einer türkischstämmigen Bundestagsabgeordneten, so einen doch eher globalisierten Allgemeinplatz zu äußern.

Schon ein interessantes Volk, die Türken!
Einen Mörder in der Familie empfinden die als Ehrverlust.

Ist ja beim Deutschen an sich anders.
Wäre der Täter zB ein Bayer, wäre ihm der Schwiegervater nicht nachgereist um die Familienehre wieder herzustellen, sondern bei Beckmann aufgetreten. Oder bei Spiegel TV. ...
Oder hätte auch ein deutscher Schwiegerpapi gedacht: "Himmel, meine Tochter ist mit einem Mörder irgendwo in der Türkei - ähm, Bayern - ich fahr mal hinterher?!"

argh ...

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